Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

August Friedrich Pott

August Friedrich Pott

geboren: 14. November 1802 Nettelrede bei Münder (Weserbergland)
gestorben: 5. Juli 1887 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Prediger

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August Friedrich Pott

Das Studium der Theologie befriedigte Pott nicht, daher widmete er sich an der Universität Göttingen vor allem den Fächern Philologie, Philosophie und Geschichte. Er studierte insbesondere Hebräisch, Griechisch und Latein, hörte aber auch Physik und Chemie. Er trat eine Stelle als Collaborator am Gymnasium Celle an und promovierte 1827 an der Universität Göttingen mit der Dissertation »De relationibus quae praepositionibus in Linguis denotantur.« Der Unterricht füllte ihn jedoch nicht aus, so dass er seine sprachwissenschaftlichen Studien (speziell Sanskrit) an der Universität Berlin fortsetzte. 1829 habilitierte sich Pott an der Universität Berlin, 1833 wurde er zum außerordentlichen Professor der Halle für allgemeine Sprachwissenschaft ernannt und 1838 zum ordentlichen Professor befördert. Pott las vor allem allgemeine Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie sowie historische Grammatik. Außerdem bot er Spezialvorlesungen zum Sanskrit, dem Chinesischen und über Hieroglyphen an. 1845 gründete Pott gemeinsam mit anderen Gelehrten die Deutsche Morgenländische Gesellschaft. Im Zentrum seiner Forschungen standen Probleme der Indogermanistik. Pott wandte die Grimmsche Methode der etymologischen Lautvergleichung auf indogermanische Fragen an und entwickelte Methoden zur vergleichenden Analyse der Stammbildung. Seine 1833 erstmals veröffentlichten »Etymologische Forschungen« (Reprint 1999) baute er zu einem 6 bändigen der indogermanischen Sprachen, insbesondere des Sanskrit, Griechischen, Lateinischen, Litauischen und gotischen aus (1859–1876). Er veröffentlichte ein dreibändiges Werk über Personen- und Ortsnamen, mehrere Studien über Zahlwörter (1847–1859) und ein vorurteilsfreies zweibändiges Werk über »Die Zigeuner in Europa und Asien« unter Berücksichtigung der damaligen »Gaunersprache« (1844/45). Immer wieder wandte sich Pott gegen die Instrumentalisierung der Sprachwissenschaft und mystische Deutungen (u. a. »Anti-Kaulen: Oder mystische Vorstellungen vom Ursprung der Völker und Sprachen«, 1863). So wies er auch die rassistisch motivierten Spekulationen Arthur Gobineaus über die Ungleichwertigkeit der Menschenrassen als nicht hinreichend begründet zurück (»Die Ungleichheit menschlicher Rassen hauptsächlich vom sprachwissenschaftlichen Standtpunkte, unter besonderer Berücksichtigung von des Grafen von Gobineau gleichnamigen Werke: mit einem Überblick über die Sprachverhältnisse der Völker, ein ethnologischer Versuch«, 1856). Potts Pionierleistungen in der Sprachwissenschaft wurden anerkannt, u. a. erhielt er den Roten Adler-Orden 2. Klasse, den russischen Stanislaus-Orden I. Klasse mit Band und Stern und den Orden pour le merité.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 12595 (A. F. Pott); www.indologie.uni-halle.de; Schriften.

Autor: HE

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