Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Otto Becker

geboren: 17. Juli 1885 Malchow (Mecklenburg)
gestorben: 17. April 1955 Kiel
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Fabrikbesitzer

Otto Becker

Das Abitur legte Becker 1905 an der Großherzoglichen Domschule zu Güstrow ab. Er studierte an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Berlin Geschichte und angrenzende Fächer. 1909 promovierte er an der Universität Berlin mit einer von Max Delbrück angeregten Arbeit über die »Seance royale am 23. Juni 1789«, 1910 veröffentlichte er eine erweiterte Fassung der Dissertation unter dem Titel »Die Verfassungspolitik der französischen Regierung beim Beginn der großen Revolution«. Im selben Jahr unterstützte er den japanischen Historiker Hisho Saito bei der Herausgabe einer Geschichte Japans in deutscher Sprache. 1910/11 diente Becker als Einjährig Freiwilliger in einem Artillerieregiment. 1912 ging er als Lektor an die Kaiserlich-Japanische Hochschule zu Okajama. Mit dem Kriegsausbruch begab sich Becker, seinem Stellungsbefehl gemäß, nach Tsingtau. Mit der Übergabe der Festung geriet er im November 1914 in japanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1920 freikam. In Deutschland fand er eine Anstellung als wirtschaftspolitischer Privatsekretär des Aufsichtsratsvorsitzenden der Siemens und Halske AG, Carl Friedrich von Siemens. In dieser Funktion fiel ihm die Organisation des im Dezember 1920 von den 7 Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft gegründeten Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft zu. 1921 veröffentlichte er das Buch »Deutschlands Zusammenbruch und Auferstehung«. 1924 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Bismarcks Bündnispolitik an der Universität Berlin. Mit der Berufung als Nachfolger Richard Festers auf das Ordinariat für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Halle legte Becker die Geschäftsführung des Stifterverbandes nieder. Da die Berufung auf den Lehrstuhl ohne Mitwirkung der Fakultät von statten ging, kam es zu Anwürfen in der Presse, die sich auf die angeblich mangelnde fachliche Qualifizierung Beckers bezogen. Obwohl die Anwürfe verstummten, zögerte Becker nicht, 1931 einen Ruf an die Universität Kiel anzunehmen. Beckers Hauptwerk »Bismarcks Ringen um Deutschlands Gestaltung« wurde in erweiterter und überarbeiteter Fassung von Alexander Scharff 1958 herausgegeben.

Organisationen: ab 1920 für kurze Zeit DDP, danach Liberale Vereinigung, 1926 jungnationale Vereinigung; ab 1933 Deutsche Gesellschaft für Wehrpublizistik und Wehrwissenschaften, Kampfbund für deutsche Kultur, 1934 Deutscher Luftsportverband, Beamtenbund

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 4270 (Becker); DBE; BA R 4901/13258

Autor: HE

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