Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gottlieb Anastasius Freylinghausen

geboren:12. Oktober 1719 Halle
gestorben:18. Februar 1785 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:Johann Anastasius Freylinghausen (1670-1739), Theologe, Liederdichter

Gottlieb Anastasius Freylinghausen

Freylinghausen wurde zunächst privat unterrichtet und besuchte ab 1728 das Königliche Pädagogium der Franckeschen Stiftungen. Dies lag sozusagen in der Familie, denn sein Großvater mütterlicherseits war der Gründer der Stiftungen August Hermann Francke (1663-1727). Auch sein Vater Johann Anastasius Freylinghausen war an den Stiftungen tätig: Er übernahm nach Franckes Tod die Leitung der Stiftungen und somit auch die des Pädagogiums.

Gottlieb Anastasius Freylinghausen wurde im Alter von 12 Jahren, am 30. März 1731, an der halleschen Universität für das Theologiestudium immatrikuliert. Dabei ist davon auszugehen, dass er das eigentliche Studium erst gegen 1738 aufnahm. Ab diesem Zeitpunkt war er auch als Informator an der Lateinischen Schule der Franckeschen Anstalten tätig. 1742 übernahm er einen der Posten der Inspektoren an dieser Schule. 1744 legte er den Magistertitel an der halleschen Fridericiana ab. 1749 wurde zum Adjunkt der Theologischen Fakultät berufen.

Am 14. Juli 1753 wurde er zum außerordentlichen Professor der Theologie berufen. Diese Position hatte er viele Jahre inne, bis er am 10. Januar 1771 zum ordentlichen Professor berufen wurde. Zeitgleich wurde er zum Doktor der Theologie promoviert - eine für Theologen durchaus gewöhnliche, späte Promotion.

Schon 1769, nach dem Tod seines Onkels, Gotthilf August Francke (1696-1769), wurde Freylinghausen zum Condirektor der Stiftungen ernannt und 1771 rückte er auf den Direktorenposten der Stiftungen auf.

Freylinghausen war wenig schriftstellerisch tätig. In seine Zeit fällt der Bedeutungsverlust der Stiftungen. Er musste mit starken wirtschaftlichen Einschränkungen umgehen, vor allem wurden die Stiftungen zunehmend weniger von außen finanziell unterstützt.

Freylinghausen blieb unverheiratet.

Bild: Homepage der Franckeschen Stiftungen www.francke-halle.de

Quellen: ADB, Bd. 7, Leipzig 1878, S. 369f.; Förster, S. 214; Meusel, Bd. 3, Leipzig 1804, S. 490ff.; NDB, Bd. 5, Berlin 1961, S. 422f.; Stephan, Christian: Die stumme Fakultät. Biographische Beiträge zur Geschichte der Theologischen Fakultät der Universität Halle. Dössel 2005, S. 28ff.; UAHW Originalmatrikel vor 1744, Bd. I, Bl. 237; UAHW Rep 3, Nr. 239 Ernennung der Adjunkten, außerordentlichen und ordentlichen Professoren bei der Theologischen Fakultät (1691 - 1807).

Autor: JS

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