Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Erich Hoffmann

geboren: 25. April 1868 Witzmitz (Pommern)
gestorben: 8. Juni 1959 Bonn
Konfession: evangelisch
Vater: Rektor

Erich Hoffmann

Hoffmann besuchte Gymnasien in Neuwied und Cottbus sowie das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin (Reifezeugnis 1887). Er trat in die militärärztliche Bildungsanstalt der Charité in Berlin ein, militärisch ausgebildet wurde Hoffmann beim Garde-Füsilierregiment der »Schwarzen Husaren«. 1892 promovierte er an der Universität mit der Dissertation »Über einen sehr jungen Anadidymus des Hühnchens« zum Dr. med. Im selben Jahr wurde er zum Unterarzt ernannt. Mehrere Jahre diente Hoffmann im Sanitätscorps, 1900 wurde er zum Stabsarzt befördert und zurück an die Charité versetzt. 1904 habilitierte er sich an der Universität Berlin, breite und unerhoffte Anerkennung erhielt Hoffmann 1905, als er gemeinsam mit Fritz Schaudinn den Syphiliserreger Spirochaeta pallida entdeckte. Noch 1905 zum Professor ernannt, wechselte Hoffmann 1908 als Oberarzt an die Universität Halle. 1910 wurde Hoffmann als außerordentlicher Professor und Direktor der Universitätshautklinik nach Bonn berufen. 1918 erhielt er den Status eines ordentlichen Professors. Trotz unbestrittener wissenschaftlicher Verdienste wurde Hoffmann, nach heftigen Angriffen durch die NSDAP, beurlaubt und dann emeritiert. Zwar unterzeichnete der deutschnational Eingestellte am 3. März 1933 einen Wahlaufruf für Adolf Hitler, doch warfen ihm Kollegen vor, sich gegen den Judenboykott 1933 und nationalsozialistische Symbole ausgesprochen zu haben. Äußerungen, wie »weiße Weste und Braunhemd stehen sich nun einmal gegenüber« oder der Seufzer, »dass sich kein Jude findet, der den Hitler mal abknallt«, wies er als »entstellt« zurück. Hoffmann intensivierte seine Privatpraxis und unternahm zahlreiche Auslandsreisen. 1939 wurde ihm wegen abfälliger Äußerungen über das Deutsche Reich der Pass entzogen.

Quellen: Dissertation; Höpfner, Bonn, S. 309 ff.; Heiber Band 1, S. 275 f.

Autor: HE

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