Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Fritz Laves

geboren: 27. Februar 1906 Hannover
gestorben: 12. August 1978 Laigueglia bei Alassio (Italien)
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Landrichter

Fritz Laves

Die Reifeprüfung legte Laves 1924 in Göttingen ab. Er studierte Naturwissenschaften, speziell Mineralogie in Innsbruck, Göttingen und Zürich. Während des Studiums war er Assistent am mineralogischen Institut der TH Zürich. 1929 promovierte er an der Universität Zürich mit einer Arbeit über »Bauzusammenhänge innerhalb der Kristallstrukturen« zum Dr. phil. Von 1930 bis 1936 hatte er eine Assistentenstelle am Mineralogisch-petrographischen Institut der Universität Göttingen inne und habilitierte sich 1932. Laves beschäftigte sich vor allem mit der Röntgen-Struktruranalyse von Kristallen sowie der Analyse und Herstellung von Metalllegierungen. 1933 initiierte er gemeinsam mit seinen Assistentenkollegen eine Petition zu Gunsten ihres jüdischen Ordinarius Victor Moritz Goldschmidt, um den Verbleib Goldschmidts in Göttingen zu erreichen. 1935 vertrat er den Lehrstuhl des vertriebenen Goldschmidt in Göttingen. 1936 erhielt er einen Lehrauftrag für Kristallstrukturlehre, 1939 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Während des Frankreichfeldzuges leistete Laves Kriegsdienst als Unteroffizier. Von 1940 bis 1945 bearbeitete er Aufträge des Luftfahrtministeriums zur Verbesserung und Entwicklung von Leichtmetalllegierungen. 1943 vertrat er den Lehrstuhl für Mineralogie und Petrographie an der Universität Halle, 1944 wurde er zum planmäßigen Extraordinarius ernannt. Im selben Jahr erhielt er das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. 1945 wurde er mit dem »Abderhaldentransport« deportiert. 1946 nahm Laves den Ruf auf ein Ordinariat an der Universität Marburg an. 1948 wechselte er nach Chicago. Von 1954 bis zur Emeritierung 1976 war Laves Professor für Kristallographie und Petrographie an der ETH und Universität Zürich.

Organisationen: 1919 bis 1923 Deutschnationaler Jugendbund und Knappenschaft, DNVP bis 1933, DLV, überführt in das NSFK, Sturm 12/50, 1936 Jugendpfleger in der NSV, 1937 NSBDT.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 9930 (Laves); DBE Bd. 6, S. 276; Szabó, S. 73.

Autor: HE

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