Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Kruggel, Otto Hermann

geboren:7. Januar 1926 in Grünewalde, Krs. Liebenwerda, Niederlausitz
  
  
  

Kruggel, Otto Hermann

Kurzbiographie: * 7. Januar 1926 in Grünewalde, Krs. Liebenwerda, Niederlausitz. Student der Pädagogik. Mittelschulprüfung 1943, 1943-44 Lehrerbildungsanstalt Breslau, 1944 RAD, Juni 1944 als Freiwilliger zur Kriegsmarine, Seekadett, im Juli 1945 in Bayern entlassen. Seit 1946 SPD/SED, August 1947 Abitur Arbeiter- und Bauernfakultät in Halle. 1947 - 1951 Student der Pädagogik an der Universität Halle Nr. 1592, „Tag der Einschreibung: (Stempel) 1. Sept. 1947, Studienfach Pädagogik, Deutsch, Kunsterz., Berufsziel Volksschullehrer, Tag und Art des Abgangs: handschriftlich mit Bleistift: „14.18.51 [sic] gestrichen Az. 3084 Nicht-Rückm. W.S.1951“. Er wurde am 1. Juni 1951 (im 8. Semester) gemeinsam mit anderen in Halle verhaftet (er war verheiratet und hatte ein Kind) und am 8. Februar 1952 vom 1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR in einem Gruppenprozeß gegen 12 Personen zu 15 Jahren Zuchthaus wegen Mitgliedschaft im ‘Widerstandskreis der Jugend der Sowjetzone’ und angeblicher antisowjetischer Propaganda verurteilt. Er befand sich in der StVA Brandenburg. 1957 wurde seine Strafe „gnadenweise“ von Wilhelm Pieck auf 10 Jahre reduziert. Entlassen wurde er 1962. Ab 1962 war er unter Berufsverbot und weiteren „Sühnemaßnahmen“ in der DDR tätig als Tischler in der PGH Möbelring in Lauchhammer, Sachbearbeiter für Arbeitsstudienwesen, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsnormen, Verbesserungs-, Erfindungs- und Patentwesen beim VEB Radebeuler Schuhfabrik, Betriebsteil Lauchhammer, Preisbildner beim VEB Landtechnische Industrieanlagen Kleinleipisch. Er wurde am 6. August 1971 im gesonderten Verfahren mit Hilfe der Bundesregierung aus der DDR „ausgekauft“. Von 1971 bis 1982 war er Lehrer an der HS, RS und Steinmetzschule in Königslutter, seitdem private Forschungstätigkeit zur Geschichte der Stiftskirche in Königslutter. Er war von 1946 bis 1993 Mitglied der SPD, von 1976 bis 1979 Ratsherr der Stadt Königslutter am Elm, seit 1948 ist er verheiratet, drei Kinder. Am 11. August 1992 wurde er nach Aufhebung des Urteils des Obersten Gerichts der DDR vom 20. Februar 1952 durch die Rehabilitierungskammer des Landgerichts Berlin rehabilitiert.

Quellen: Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, S. 653

Autor: AK

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