Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ernst Ziemke

geboren: 16. August 1867 Stettin
gestorben: 26. November 1935 Kiel
Konfession:evangelisch
Vater: Schiffskapitän

Ernst Ziemke

Die Abiturprüfung legte Ziemke 1887 am Stadtgymnasium Stettin ab. Er studierte Medizin an den Universitäten Leipzig, Freiburg, Berlin, Heidelberg und Halle, unterbrochen durch den Militärdienst als einjährig freiwilliger Arzt. Während des Studiums in Halle volontierte er an der chirurgischen und an der medizinischen Universitätsklinik Die Approbation erhielt er 1892. 1893 promovierte er an der Universität Halle mit der Dissertation »Über den Einfluss der Salzsäure des Magensaftes auf die Fäulnisvorgänge im Darm« zum Dr. med. Er erhielt eine Assistentenstelle an der medizinischen Universitätsklinik. Nach zwei Jahren wechselte er an das pathologische Institut der Universität Tübingen. Von dort aus ging er nach Graz. Danach volontierte Ziemke in der chirurgischen Abteilung im Krankenhaus St. Urban in Berlin und einer psychiatrischen Klinik. Außerdem arbeitete er an der chemischen Abteilung des pathologischen Instituts der Universität Berlin und der chemischen Abteilung der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. 1899 legte er die Staatsprüfung als Kreisarzt ab. Ausgewiesen durch zahlreiche Veröffentlichungen zur pathologischen Anatomie und gerichtlichen Medizin, jedoch nicht habilitiert, wurde Ziemke 1901 auf das planmäßige Extraordinariat für gerichtliche Medizin an der Universität Halle berufen. Zugleich war er Gerichtsarzt der Stadt Halle. Parallel zur wissenschaftlichen Arbeit durchlief Ziemke eine militärische Ausbildung, 1906 wurde er zum Stabsarzt der Reserve befördert. 1906 wechselte Ziemke in gleicher Stellung an die Universität Kiel, wo er das Institut für gerichtliche Medizin ausbaute und einen Lehrauftrag für soziale Medizin wahrnahm. Während des Ersten Weltkrieges war Ziemke Chefarzt des Reservefeldlazaretts 54, das in Belgien und Russland stationiert war (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse . 1917 wurde er für die Universität Kiel reklamiert und 1920 zum ordentlichen Professor ernannt. Im Wintersemester 1926/27 lehrte Ziemke an der Universität Breslau, zugleich war er Mitglied des Preußischen Landesgesundheitsrates. In Kiel wurde er 1928 zum ordentlichen Professor ernannt und 1935 emeritiert.

Organisationen: von der Gründung bis zur Auflösung Mitglied der DNVP; nach 1933 Förderndes Mitglied der SA, NSV, NS-Kulturgemeinde

Quellen: BA R 4901/13281; Volbehr/Weyl, Kiel, S. 111; Dissertation; Kürschner.

Autor: HE

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