Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Heinrich Anton de Bary

geboren: 26. Januar 1831 Frankfurt am Main
gestorben: 22. Januar 1888 Straßburg
Konfession: evangelisch-reformiert
Vater: praktischer Arzt

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Heinrich Anton de Bary

Der aus einer hugenottischen Familie stammende de Bary sammelte bereits als Schüler Pflanzen, wobei er von einem Professor des Senckenbergschen Instituts angeleitet wurde. Die Reifeprüfung legte er 1848 in seiner Heimatstadt ab. De Bary studierte Medizin in Heidelberg, Marburg und Berlin. 1853 promovierte er mit der Pflanzenkrankheiten gewidmeten Arbeit »De plantarum generatione sexuali« zum Dr. med. Das medizinische Staatsexamen legte er in Frankfurt ab. Nach kurzer Tätigkeit als praktischer Arzt habilitierte er sich im Dezember 1853 an der Universität Tübingen für das Fach Botanik. 1855 erhielt er einen Ruf an die Universität Freiburg. Hier gründete er das erste botanische Laboratorium Deutschlands, später derartige Einrichtungen in Halle und Staßburg. 1867 nahm er einen Ruf an die Universität Halle an, wechselte jedoch 1872 an die Universität Straßburg, deren erster Rektor er wurde. De Bary beschrieb als erster den Entwicklungsgang der Brand- und Rostpilze des Getreides. Dabei bewies er die in der Praxis schon länger vermutete Stellung der Berberitze als Zwischenwirt des Schwarzrostes und korrigierte unter anderem seine eigenen, fehlerhaften Auffassungen. Seit 1854 befasste er sich mit den Krankheiten der Kartoffel und erkannte die Kraut- und Knollenfäule als Pilzbefall. Auf dem Gebiet der Pilzforschung galt de Bary, wie Hans Braun 1952 urteilte, »unbestritten« als »Erster seiner Zeit«. Seine Untersuchungen über den Parasitismus waren bahnbrechend. In Halle wurden sie nach de Barys Weggang von Julius Kühn fortgeführt. De Bary prägte auch den Begriff der Symbiose, der auf der Naturforscherversammlung in Kassel 1879 Eingang in die Scientific Community fand.

Quelle: Hans Braun, Pflanzenschutz. In: Keune, S. 266ff. und 517f.; NDB Band 1, S. 616.

Autor: HE

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