Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Politische Verfolgung in der DDR

Der Senat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat am 11. Juli 2018 beschlossen, einen öffentlichen Gedenkort auf dem Gelände der Universität einzurichten und dort diesen Schriftzug anzubringen

Zum Gedenken an die Mitglieder der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR aus politischen Gründen verfolgt wurden, und die, die sich für politisch Verfolgte eingesetzt haben. 
Der Senat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am 11.07.2018
(Bild; Foto: Sven Osada)

Am 17. Juni 2019 fand eine öffentliche Gedenkfeier für die von politischer Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR betroffenen Angehörigen und Mitglieder der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt (Plakat und Programm), die in Verbindung mit der Stadt Halle, der Außenstelle Halle des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale) und dem Zeit-Geschichte(n) e.V. veranstaltet worden ist. (Film)

Bei dieser Gelegenheit ist die von Prof. Joachim Dimanski im Auftrag des Rektorats gestaltete Gedenkstele eingeweiht worden. (Bild; Foto: Sven Osada) Zugleich ist

Die Zerschlagung des „Spirituskreises“. Ein Dokudrama über Diktatur und Widerstand an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in den 1950er Jahren

von Prof. Dr. Gerhard Lampe und seinem Team uraufgeführt worden. 

Auf Anregung einer Gruppe früherer Studierender der Universität in den 1950er Jahren, die als Mitglieder der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) Zeugen von politischen Repressionen gegen Mitarbeitende und Studierende der Universität gewesen sind, hat sich die Universität jahrelang mit der Vorbereitung der Veranstaltung und der Dokumentation von Verfolgung und Widerstand zwischen 1945 und 1989 befasst. Diese Arbeit ist bei weitem nicht abgeschlossen.

Auf den Impuls der Initiativgruppe um Dr. Rolf Lorenz (Tübingen, 1930-2017), Roswitha Hinz (geb. 1935, Magdeburg), Dr. Ingeline Nielsen (geb. 1932, Steinen), Dr. habil. Jürgen Runge (geb. 1930, Halle) hin hat die Rektoratskommission zur Aufarbeitung der Universitätsgeschichte in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts unter Leitung von Prof. Dr. Friedemann Stengel die mit politischer Verfolgung und Widerstand verbundenen Biographien zusammengestellt. Die alphabetisch angeordneten Biogramme der derzeit bekannten 168 zwischen 1945 und 1961 aus politischen Gründen bedrängten, disziplinierten, verurteilten und zu Tode gekommenen Personen beruhen überwiegend auf der vorliegenden Monographie

Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009

Die Rechte zur Veröffentlichung der Kurzbiographien der Verfolgten sind vom Leipziger Universitätsverlag erteilt worden. 

Angaben zu den nach derzeitigem Forschungsstand mehr als 200 Mitarbeitenden und anderen Angehörigen der Universität, die zwischen 1961 und 1989 aus politische Gründen verurteilt, exmatrikuliert, entlassen und auf andere Weise belangt worden sind, werden durch die Kommission fortlaufend zusammengetragen und auf der Webseite ergänzt. Erste Ergebnisse mit entsprechenden Hinweise auf weitere vorhandene Arbeiten sind nachlesbar bei

Andreas Thulin: Politische Verfolgung von Studierenden und Mitarbeitenden an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von 1961 bis 1989. In: Universität und Stadt. Sichtbarkeit, Lebensform, Transformation, hg. von Andreas Ranft und Michael Ruprecht. Halle (Saale) 2018, 108-132

Die Initiativgruppe hat von Anfang an besonders darauf gedrungen, auch an die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer zu erinnern, die sich für aus politischen Gründen verfolgte Studierende und Mitarbeitende eingesetzt, sich mit ihnen solidarisch erklärt und sie zu schützen versucht haben und dabei selbst in die Gefahr politischer Bedrängung geraten sind. Aus den zugänglichen Archivalien sind viele solche Solidarisierungs- und Schutzaktionen und die betreffenden Personen bekannt. Darüber hinaus sind aus heutiger Perspektive entstandene Zeitzeugenberichte und weitere Dokumente durch die Initiativgruppe zusammengestellt worden. In den jeweiligen Biogrammen ist die Beleg-Quelle für die Solidarisierungsaktionen vermerkt. Auch diese Liste von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern wird fortlaufend ergänzt.

Die in den Biogrammen hochgeladenen Photographien stammen, wenn nicht anders angegeben, aus der Monographie von Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009. Die Veröffentlichungsgenehmigung ist vom Leipziger Universitätsverlag erteilt worden.

Die Zeitgeschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat es mit lebenden Menschen und deren Familien zu tun. Die Aufgabe, an politische Verfolgung und Widerstand, an den Mut und an die Solidarisierung mit Opfern und Akteuren politischen Widerstehens zu erinnern und diese Erinnerung mit Blick auf die Lebenden, die Gestorbenen und die Nachkommenden wachzuhalten, bedarf der Mitarbeit unserer akademischen Community. Für Hinweise auf Menschen, die auf dieser Webseite genannt werden sollten, ist die Kommission dankbar. (E-Mail senden)

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