Heinrich Behmann


geboren: 10. Januar 1891 Aumund bei Bremen
gestorben: 3. Februar 1970 Bremen-Aumund
Konfession: evangelisch
Vater: Maurermeister



Das Abitur legte Behmann 1909 am Realgymnasium in Vegesack ab, von 1909 bis 1914 studierte er Mathematik und Physik an den Universitäten Tübingen, Leipzig und Göttingen. 1914 war er Kriegsfreiwilliger, 1915 bekam er an der russischen Front einen Schuss in den Kopf, der einen Gehirnabszess auslöste. 1916 wurde Behmann als dauernd kriegsunfähig und zu 40 % schwerbeschädigt, aber ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Bremer Hanseatenkreuz, entlassen. Er setzte das Studium an der Universität Göttingen fort und promovierte 1918 zum Dr. phil. 1919 legte er die Prüfung für das höhere Lehramt ab, wurde 1920 Studienreferendar, und dann als Lehrer angestellt. 1921 habilitierte er sich in Göttingen für das Gebiet der Mathematik. Von 1922 bis 1925 war Behmann planmäßiger Assistent am Institut für angewandte Mathematik an der Universität Göttingen, 1925 folgte die Umhabilitierung nach Halle. Obwohl Behmann als Spezialist für mathematische Logik galt, nahm er einen Lehrauftrag für angewandte Mathematik wahr. 1926/27 war er Rockefellerstipendiat in Rom. Erst 1938 wurde er zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt, im Oktober 1945 jedoch wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP entlassen. Im November 1945 wurde er mit der Verwaltung der Bibliothek des Mathematischen Instituts beauftragt, verzog jedoch recht bald in seine Heimatstadt Bremen.

Organisationen: 1933 NSLB, NSKOV, NSV, 1935 Opferring der NSDAP, RLB, 1937 Deutsche Christen, nach Aufforderung durch den Ortsgruppenleiter Kröllwitz Aufnahme in die NSDAP am 1. Mai 1937 (Mitglied Nr. 4 047 354), 1938 Blockleiter, 1942 Zellenleiter, 1942 Bund Deutscher Osten.

Quellen: UAH PA 4295 Behmann; Rep. 6 Nr. 1407.
Mitteilung von Prof. Dr. Christian Thiel, Erlangen

Bild: UAH