Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Heinz Bethge

Heinz Bethge

geboren:15. November 1919 Magdeburg
gestorben:9. Mai 2001 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:Tischlermeister

Heinz Bethge

Heinz Bethge wurde am 15.11.1919 als Sohn eines Tischlermeisters in Magdeburg geboren. Von 1926-34 besuchte er die Volksschule in Magdeburg und begann daran anschließend eine Schlosserlehre, die er 1938 abschloss. Dann arbeitete er längere Zeit als Facharbeiter. 1939 wurde er zum Arbeitsdienst des RAD eingezogen, mit Ausbruch des Krieges zur Wehrmacht überwiesen und am 20.11.1939 wegen Auflösung des Truppenteils entlassen. 1940 begann er angewandte Technik in Köthen zu studieren. 1942 legte er die Ingenieursvorprüfung ab und erwarb als Externer sein Abitur in Dessau. Ab dem Sommersemester 1941 setzte er sein Studium an der TH Berlin fort. Am 01.04.1942 wurde er erneut eingezogen. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft studierte er ab dem Frühjahr 1946 in Halle. 1949 legte er dort das Diplomexamen für Physik ab. Ab 1947 arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für experimentelle Physik, ab 1949 als Assistent und ab 1954 als Oberassistent am selbigen Institut. 1954 promovierte er mit der Arbeit „Entwicklung und Bau eines Laboratorium-Elektronen- Mikroskopes und Anwendung der Elektronenmikroskopie auf Fragen zum Realbau des Steinsalzes“. 1953-59 war er Lehrbeauftragter für Experimentalphysik. 1959 habilitierte er sich mit dem Thema „Elektronenmikroskopische Untersuchungen zur Struktur von Steinsalz Spaltflächen“.

1960 Professor für Experimentalphysik an der MLU Halle sowie Leiter der neugegründeten Arbeitsstelle für Elektronenmikroskopie der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Halle. Ausbau der Arbeitsstelle zu einem international anerkannten Forschungsinstitut, 1968 bis Januar 1985 Direktor dieses Institutes für Festkörperphysik und Elektronenmikroskopie der AdW, 1984 emeritiert.

Heinz Bethge setzte sich als Professor in Halle für Studierende ein, die aus politischen Gründen verfolgt worden sind.

Er war seit 1964 Mitglied der Leopoldina, 1971 – 1974 Adjunkt für Halle-Magdeburg, 1974 - 1990 der 23. Präsident der Leopoldina (Nachfolger von Kurt Mothes), II. Klasse.1969 Korrespondierendes und 1972 ordentliches Mitglied der DAW, er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. 1964 Nationalpreis II. Klasse, 1982 Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft der Republik Österreich,1991 das Große Verdienstkreuz mit dem Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Er starb am 9. Mai 2001 in Halle.

Quellen: UA Halle-Wittenberg, Rep.11/PA 25375 & 4455

Auswahl weiterer Literatur: Rupieper, Hermann Josef: ... das Amt verlangt doch viel an Pflichten und Arbeit, und man wird an seinen Vorgängern gemessen, in: 350 Jahre Leopoldina - Anspruch und Wirklichkeit : Festschrift der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina ; 1652 - 2002 / Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle (Saale). Hrsg. von Benno Parthier, S. 327-351.
Rupieper, Hermann Josef: „… und das Wichtigste ist doch die Einheit! Der 17. Juni 1953 in den Bezirken Halle und Magdeburg. Münster 2003, 244ff.
Gerstengarbe, Sybille: Bethge, Heinz, in: Wer war wer in der DDR? Ein biographisches Lexikon. Hrsg. von Hellmut Müller-Engbergs et al., 5. Aufl. 2010, S.72-73.
Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, 405

Bild: UAHW

Autor: AK

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