Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Joachim Camerer

geboren: 26. Dezember 1910 München
gestorben: 17. September 1991 München
Konfession: gottgläubig, früher evangelisch
Vater: Universitätsprofessor

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Joachim Camerer

Nach dem Abitur war Camerer ein Jahr als Kaufmann in Hamburg tätig, danach studierte er Medizin an der Universität München. 1935 bestand er das Staatsexamen, 1936 erhielt er die Approbation und promovierte zum Dr. med. Von 1936 bis 1942 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für gerichtliche Medizin und Kriminalistik in München. 1939 zum Militär einberufen, wurde der als Gerichtsarzt bei Heer Tätige rasch zum Stabsarzt befördert. 1942 wurde Camerer Assistent in Halle, seine Habilitation behandelte postmortale Veränderungen am Zentralnervensystem, insbesondere an den Ganglienzellen. Dabei belegte er die Existenz der postmortalen Hirnschwellung, Gutachter Schrader erkannte das Ergebnis an: »Einige Zellveränderungen waren bei Hingerichteten schon unmittelbar nach den Tode zu finden.« Zum Dozenten wurde Camerer 1943 ernannt, jedoch nicht für die Universität Halle freigegeben. Er unterstützte jedoch Gerhard Schrader bei der Untersuchung des Massenmordes von Winniza, nach dem Abschluss dieser Arbeiten wurde er weiterhin an der Ostfront eingesetzt und geriet dort vermutlich in Gefangenschaft. Weitere Angaben konnten nicht ermittelt werden.

Organisationen: 1930 Eintritt in die SA, Sanitäts-Sturmführer, 1931 Eintritt in die NSDAP, Mitglied des NSDDB.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 5135 (Camerer); UAHW, Rep. 29, C Nr. 10.

Autor: HE

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