Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Ferdinand Guericke

Ferdinand Guericke

geboren: 25. Februar 1803 Wettin
gestorben: 4. Februar 1878 Halle
Konfession: alt-lutherisch
Vater: Schlossprediger

Ferdinand Guericke

Guericke besuchte die Latina der Franckeschen Stiftungen. Er studierte an der Universität Halle Theologie und promovierte 1824 zum Dr. phil. (»De schola quae Alexandriae floruit catechetica«). Mit dieser Schrift wurde Guericke 1825 an der Theologischen Fakultät habilitiert. Im selben Jahr übernahm er das Amt des Vorstehers des hallischen Missionsvereines. 1829 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. 1830 geriet Guericke in die Kritik, da er – ungerechtfertigt- verdächtigt wurde, die »rationalistischen« Professoren Wilhelm Gesenius und Julius Wegscheider denunziert zu haben. 1833 nahm er Partei für die Altlutherner und sagte sich als Gegner der evangelischen Union von ihr los. Daher wurde Guericke 1835 seiner Professur enthoben. Im selben Jahr wurde er zum Pastor der Gemeinde der Altlutheraner in und um Halle ordiniert. (Die Mehrheit der Gemeindemitglieder emigrierte in die USA, so dass ein Gemeindeleben später nicht mehr stattfand.) Nach dem Regierungsantritt König Friedrich Wilhelms IV. wurde Guericke 1840 erneut zum außerordentlichen Professor ernannt. Guericke veröffentlichte vor allem zur neueren Kirchengeschichte, u. a. eine Biographie August Hermann Franckes (1827) und ein auch in den USA stark nachgefragtes Handbuch der Kirchengeschichte (1833, 9. überarbeitete Auflage in 3 Bänden 1866/67). Auch sein Werk »Allgemein christliche Symbolik« (1839, 3. Auflage 1861) und die »Historisch-kritische Einleitung in das Neue Testament« erreichten mehrere Auflagen (1843, 3. Auflage 1867 unter dem Titel »Neutestamentliche Isagogik«). Gemeinsam mit dem für die Altlutheraner bestimmenden Johann Gottfried Scheibel veröffentlichte er 1834 die Streitschrift » Theologische Bedenken«. Ebenso kämpferisch gehalten waren seine 1839 veröffentlichten Predigten (»Evangelische Zeugnisse«). Außerdem begründete er 1840 die »Zeitschrift für die gesamte lutherische Theologie und Kirche«.

Guericke war auch kommunalpolitisch aktiv. Als mehrfach wiedergewählter Stadtverordneter setzte er sich für die Verbesserung des städtischen Armenwesens ein.

Bemerkung: Guericke nahm diese Form seines Familiennamens Gericke in Erinnerung an seinen berühmten Vorfahr, den Physiker und Magdeburger Otto von Guericke, an.

Quellen: www.bautz.de; Chronik 1878/79, S. 8 f.

Autor: HE

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