Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Josef Freiherr von Mering

Josef Freiherr von Mering

geboren: 28. Februar 1849 Köln
gestorben: 5. Januar 1908 Halle
Konfession: katholisch
Vater: Historiker

Josef Freiherr von Mering

Das Gymnasium besuchte von Mering in Köln, Medizin studierte er in Bonn, Greifswald und Strassburg. Am deutsch-französischen Krieg nahm er als freiwilliger Krankenpfleger teil. 1874 promovierte er an der Universität Strassburg, angeregt durch den Physiologen Felix Hoppe-Seyler mit einer Dissertation über die Chemie des Knorpels zum Dr. med. Er trat eine Assistentenstelle an der psychiatrischen Klinik der Universität Strassburg an, da dies seinen pharmakologischen Interessen (Forschungen über Hypnotika) entgegen kam. 1875 wurde er Assistent an der Medizinischen Klinik der Universität Berlin, wo er sich unter anderem mit Harnuntersuchungen und dem Stoffwechsel der Leber befasste. Wenig später wechselte er nach Leipzig, um sich dort auf dem Gebiet der experimentellen Physiologie weiter zu bilden. 1877/78 arbeitete von Mering als Badearzt in Salzschlirff, wo er Untersuchungen über die Gicht und zum Diabetes vornahm. Die Wintermonate verbrachte er als Gast in den Universitätslaboratorien Bonn und Strassburg. 1878 kehrte er als Assistent an das physiologische Institut der Universität Strassburg zurück. In Strassburg war er zugleich Gefängnisarzt, folgerichtig waren seine Forschungen über die Ätiologie des Typhus. 1879 habilitierte sich von Mering an der Universität Strassburg für das Fach innere Medizin mit einer Arbeit über die Wirkungen des Quecksilbers auf den tierischen Organismus. Wenig später veröffentlichte er eine umfangreiche Monographie über »Das chlorsaure Kali, seine physiologischen, toxischen und therapeutischen Wirkungen«. 1886 wurde von Mering zum Extraordinarius der Universität Strassburg ernannt und erhielt einen dotierten Lehrauftrag für gerichtliche Medizin. Gewissermaßen nebenamtlich baute er eine Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten auf, Rufe auf Lehrstühle für Pharmakologie lehnte er ab. Berühmt wurde von Mering durch die Entdeckung der Bedeutung der Bauchspeicheldrüse für den Stoffwechsel und der Entdeckung von Phlorozindiabetes. Gemeinsam mit dem Internisten Oskar Minkowski untersuchte er Störungen des Fettstoffabbaus. Dazu entfernten die Mediziner einem Hund die Bauchspeicheldrüse, woraufhin das Tier Anzeichen eines Diabetes mellitus zeigte und bald darauf verendete. Weitere Untersuchungen schlossen sich an, die den Nachweis erbrachten, dass ein Extrakt des Pankreas Diabetes wirksam bekämpfte. 1890 nahm von Mering den Ruf auf ein Extraordinariat an der Universität Halle für spezielle Pathologie und Therapie an, da damit die Leitung der Universitätspoliklinik verbunden war. 1894 wurde er zum Ordinarius für das Fach innere Medizin befördert, 1900 übernahm er die Direktion der medizinischen Universitätsklinik. Seine Forschungen zum Diabetes führte er fort, wichtiger erscheinen in der Rückschau jedoch seine Studien über synthetische Arzneimittel. Er entwickelte, gemeinsam mit den Farbenfabriken in Hoechst, Antipyretika, Narkotika, Schlaf- und Schmerzmittel. Gemeinsam mit Emil Fischer entwickelte er das Veronal, auch an der Synthese und Erprobung von Paracetamol war er beteiligt. Mering verfasste auch ein mehrfach aufgelegtes Lehrbuch der inneren Medizin (1902, 11. Auflage 1911). 1907 zog sich von Mering eine Lungenentzündung zu, Herz- und Nierenstörungen führten, wie die Universitätschronik schreibt, zu einem langen Siechtum.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 11328 (von Mering); Josef v. Mering, in Münchener Medizinische Wochenschrift, Nr. 8/1908.; Viktor Joergens, Freiherr Josef von Mering (1849-1908), in: ResearcheGate vom 24.04.2016 <https://www.researchgate.net/publication/301593296_Freiherr_Josef_von_Mering> (25.08.2017)

Autor: HE

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