Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gustav Mie

geboren: 29. September 1869 Rostock
gestorben: 13. Februar 1957 Freiburg im Breisgau
Konfession: evangelisch
Vater: Kaufmann

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Gustav Mie

Mie studierte 1886 Chemie, Mathematik, Physik, Geologie und Mineralogie an den Universitäten Rostock und Heidelberg. 1891 promovierte er in Heidelberg mit der Dissertation »Zum Fundamentalsatz über die Existenz von Integralen partieller Differentialgleichungen«. Im selben Jahr legte er das Staatsexamen für Mathematik und Physik ab. Nach kurzer Tätigkeit an einer Dresdner Privatschule ging Mie als Assistent an die TH Karlsruhe, an der er sich 1897 für theoretische Physik habilitierte. 1902 erhielt er ein Extraordinariat für theoretische Physik an der Universität Greifwald, 1905 ein Ordinariat. Zum Beginn des Sommersemesters 1917 nahm er einen Ruf an die Universität Halle an. Obwohl die Fakultät Mie als »Forscher von hervorragender Begabung, tiefer Gründlichkeit und großer Originalität« bezeichnete, setzte sie ihn nur auf Platz 3 der Berufungsliste. An erster Stelle nannte sie den Atomphysiker Peter Debye (Göttingen), an zweiter Stelle den Nobelpreisträger Max von Laue (Frankfurt). In Halle betätigte sich Mie vor allem als Experimentalphysiker, er untersuchte die Bewegung der Moleküle in Lösungen und Elektrolyten sowie die Molekülstruktur hochpolymerer Substanzen. Er verfasste ein Lehrbuch der Elektrizität und des Magnetismus, später veröffentlichte er zur Strahlentheorie (»Bremsstrahlung und Comptonsche Streustrahlung« 1925) und »Elektrodynamik« (1931). 1924 nahm Mie einen Ruf an die Universität Freiburg an, dort wurde er 1935 emeritiert. Mie interessierte sich zeitlebens für Theologie und Philosophie, hielt dazu Vorträge und veröffentlichte (u. a. »Die Denkweise der Physik und ihr Einfluss auf die geistige Haltung des heutigen Menschen«, 1937).

Organisationen: Förderndes Mitglied der SS

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 11453 (Mie); DBE 7, S. 130; NDB Band 12 S. 465f; BA R 4901/13271

Autor: HE

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