Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Richard Schmidt

geboren: 29. Januar 1866 Aschersleben
gestorben: 15. November 1939 Münster
Konfession: evangelisch
Vater: Lehrer

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Richard Schmidt

Schmidt besuchte das Gymnasium in Eisleben und legte 1886 die Reifeprüfung ab. Er studierte an der Universität Halle Sprachwissenschaft, insbesondere Sanskrit. 1890 promovierte er an der Universität Halle mit der Dissertation »Vier Erzählungen der Cukasaptati«. 1898 habilitierte er sich für das Fach Indische Philologie mit der Schrift »Über die Sukasaptati«. Seine Antrittsvorlesung hielt er über den Wert des Sanskritstudiums. 1908 wurde ihm der Professorentitel zuerkannt. 1910 habilitierte er sich an die Universität Münster um, wo er 1912 zum außerordentlichen und 1919 zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Schmidt widmete sich lexikographischen und kulturgeschichtlichen Forschung. Zum Erfolg wurde seine Übersetzung »Das Kamasutra des Vatsyayana« (1897, 5. Auflage 1915, zahlreiche Raubdrucke). 1902 veröffentlichte er »Beiträge zur indischen Erotik«, 1904 die Studie »Liebe und Ehe in Indien«, 1908 über das Fakirtum und 1919 über das alte und moderne Indien. In Halle gestalteten sich Schmidts finanzielle Verhältnisse schwierig. Der fachlich anerkannte, aber zurückhaltende Gelehrte erhielt – als Zweiter Bibliothekar der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft – ein kümmerliches Stipendium, ab 1908 eine kaum existenzsichernde außerordentliche Remuneration in Höhe von 600 Mark. Erst als das Preußische Kultusministerium beschloss, die Akademie in Münster zur Universität aufzuwerten, besserte sich Schmidts Einkommen.

Organisationen: 1933 Eintritt in die NSDAP (Mitglied Nr. 2 492 244)

Quellen: UAHW, Rep. 21, Abt. III Nr. 143; UAHW, Rep. 11, PA 13985 (R. Schmidt); BA R 4901/13275; www.indologie.uni-halle.de.

Autor: HE

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