Ernst Wertheimer

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geboren: 24. August 1893 Bühl (Baden)
gestorben: 23. März 1978 Jerusalem
Konfession: jüdisch
Vater: Kaufmann


Wertheimer besuchte Schulen in Bühl und Baden-Baden. Nach der Reifeprüfung (1912) studierte er Medizin in Heidelberg, Kiel und Bonn. Von 1914 bis 1918 leistete er Kriegsdienst, zunächst als Arzt auf einem Verbandsplatz in Flandern, dann als Batteriearzt der Feldartillerie. Ausgezeichnet wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und der badischen Verdienstmedaille. 1919/20 setzte er das Studium der Medizin in Heidelberg fort, dort legte er 1920 das Staatsexamen ab und promovierte zum Dr. med. 1920/21 war er Arzt am Waisenhaus der Stadt Berlin, 1921 erhielt er eine Assistentenstelle am Physiologischen Institut der Universität Halle. 1923 habilitiert, wurde er 1929 Oberassistent und zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. 1933 beantragte Emil Abderhalden routinemäßig die Verlängerung der Stelle Wertheimers, was jedoch vom Kultusministerium nicht genehmigt wurde. Wertheimer erhielt ein Stellenangebot aus Moskau (Leiter eines biochemischen Laboratoriums), einen Ruf auf den Lehrstuhl der Physiologie an der Sun-Yat-Sen-Universität in Kanton und das Angebot zur Leitung des pathologisch-chemischen Laboratoriums des Hadassah-Krankenhauses der Universität Jerusalem (Rothschild Hospital). Obwohl die Stelle in Jerusalem nur befristet war, nahm er an und verzichtete auf seine Venia Legendi. Von 1934 bis 1963 war er in Jerusalem Professor der pathologischen Physiologie, zugleich leitete er von 1942 bis 1950 die pharmazeutische Sektion, und von 1953 bis 1963 die Abteilung für Biochemie des Menschen des Hadassah Krankenhauses.

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Quellen: UAH PA 16946 Wertheimer, DBE Bd.:-, Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Bd. 2, S. 1238