Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hans Ahrbeck

geboren:19. Mai 1890 Linden
gestorben:01. April 1981
Konfession:evangelisch
Vater:Apotheker

Hans Ahrbeck

Hans Ahrbeck wurde am 19.05.1890 als Sohn eines Apothekers in Linden geboren. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums studierte er von 1910-14 und 1919/20 in Leipzig, Gießen und Göttingen die Fächer Germanistik, Geschichte, Religion, Philosophie und Musik. 1919 absolvierte er das Staatsexamen und 1920 das Assessorenexamen, jeweils mit Auszeichnung. Bis 1926 arbeitete er als Lehrer an einer privaten Mädchenschule in Magdeburg und wurde 1926 als Studienrat berufen. 1925 promovierte er mit einer Arbeit über Wilhem Raabe in Göttingen Von 1929-33 war er Dozent für Deutsch an den Pädagogischen Akademien in Breslau und Halle. Ab Ostern 1933 war er wieder als Studienrat in Magdeburg tätig und bildete bis 1937 Studienreferenten aus. Am 01.04.1946 wurde er als ordentlicher Professor an die Pädagogische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen und zu deren Dekan gewählt. In den 1950er Jahren setzte er sich für politisch verfolgte Studierende der Universität ein. Auch nach seiner Emeritierung am 01.09.1957 lehrte noch in Halle und wurde erst am 01.06.1958 gegen das Votum der philosophischen Fakultät der Leitung des Instituts für Pädagogik enthoben.

Während seiner Studentenzeit war er Mitglied der Freien Studentenschaft. Zwischen 1915 und 1918 nahm er als Soldat, zuletzt als Vizewachtmeister, am Krieg teil. Zwischen 1933 und 1945 stellte er der Bekennenden Kirche seine Wohnung für Treffen zur Verfügung. Nach eigener Angabe wurde er wegen der Unterstützung Not leidender Juden und wegen seines Kontakts zu Kommunisten von der Gestapo bedroht und überwacht.

Ab 1962 war er Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Er wurde 1955 mit der Carl-Friedrich-Wilhelm-Wander-Medaille ausgezeichnet und erhielt den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze.

1915 heiratete er Elisabeth, geb. Sträter, mit der er zwei Kinder hatte. 1962 heiratete er Prof. Rosemarie, geb. Wothge. Hans Ahrbeck starb am 01.04.1981.

Quellen: UA Halle-Wittenberg, Rep.11/PA 401

Auswahl weiterer Literatur: KowalczukIlko-Sascha: Geist im Dienste der Macht: Hochschulpolitik in der SBZ/DDR 1945 bis 1961; Berlin 2003. Müller-Enbergs, Helmut, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix, Olaf W. Reimann: Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biographien.Berlin 2009
Sybille Gerstengarbe und Horst Hennig: Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 -1961. Eine Dokumentation. Leipzig 2009, 80, 247, 255f., 263 passim

Zeitzeugnisse, S. 11

Bild: UAHW

Autor: AK

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