Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Enno Boeke

geboren: 12. September 1881 Wormerveer (Niederlande)
gestorben: 6. Dezember 1918 Frankfurt am Main (Selbsttötung)
Konfession: evangelisch-mennonitisch
Vater: Geistlicher

Enno Boeke

Gymnasium und Oberrealschule absolvierte Boeke in Amsterdam. Ab 1900 studierte er Chemie und Physik in Amsterdam, im Sommersemester 1905 in Kristiania (Oslo/Norwegen) und 1905/06 an der Universität Göttingen. Zum Dr. phil. promovierte Boeke 1906 an der Universität Amsterdam mit einer Dissertation über Schwermetallkristalle. Im selben Jahr erhielt er eine Assistentenstelle im mineralogischen Institut der TH Hannover. Mit seinem akademischen Lehrer F. Rinne wechselte er an die Universität Königsberg, dort habilitierte sich Boeke für das Fach Mineralogie mit der Arbeit »Über das Kristallisationsschema der Chloride, Bromide und Jodide von Natrium, Kalium und Magnesium«. Später veröffentlichte er weiterhin zu verschiedenen Salzen von Metallen. 1910 erhielt er das erste in Deutschland gegründete etatsmäßige Extraordinariat für physikalisch-chemische Mineralogie und Petrographie an der Universität Leipzig. 1911 nahm er den Ruf an die Universität Halle auf das Extraordinariat für Mineralogie und Petrographie an. 1912 reiste er, eingeladen durch die Carnegie-Foundation, nach New York und Washington, vor allem um am geophysikalischen Institut Washington zu arbeiten. 1913 durchquerte er Kanada bei einer Studienreise. 1914 lehnte Boeke einen Ruf nach Tübingen ab, nahm jedoch den nach Frankfurt am Main an. Während des Ersten Weltkrieges lehrte er an der Universität Gent. Die Mineralogie verdankt Boeke die Einführung betont mathematischer und physikalisch-chemischer Denkweisen und Arbeitsmethoden in der Petrographie (»Die Grundlagen der physikalisch-chemischen Petrographie«, 1915). Außerdem forschte er über Salzlagerstätten und Magmengesteine.

Quellen: NDB Band 1, S. 397; Leopoldina MM Boeke.

Autor: HE

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