Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gustav Brandes

geboren: 2. Mai 1862 Schöningen (Braunschweig)
gestorben: 17. Juli 1942 Dresden
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Bergkassenrendant

Gustav Brandes

Brandes besuchte das Gymnasium Helmstedt (Reifeprüfung 1884). Den Militärdienst als Einjährig Freiwilliger leistete er in Freiburg. Er studierte an den Universitäten Freiburg und Leipzig Naturwissenschaften, besonders Zoologie und vergleichende Anatomie. 1888 promovierte er an der Universität Leipzig mit der Dissertation »Die Familie der Holostomeae« zum Dr. phil. Danach hielt er sich an der zoologische Forschungsstation in Neapel auf. Ab Oktober 1889 war Brandes Assistent zoologisches Institut Halle, der erforderliche Dispens wegen seiner braunschweigischen Staatsangehörigkeit wurde ohne Umschweife erteilt. 1891 habilitierte er sich mit der Arbeit »Zum feineren Bau der Trematoden«. Die Antrittsvorlesung hielt er über »Anpassungserscheinungen im Tierreich«. Später veröffentlichte Brandes zahlreiche Arbeiten über Vögel. Von 1892 bis 1912 war er nebenamtlicher Redakteur der Zeitschrift für Naturwissenschaft und von 1893 bis 1910 der Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle. 1901 wurde Brandes zum Direktor des neugründeten Zoologischen Gartens in Halle, 1910 übernahm er die Leitung des Dresdner Zoos. Zugleich lehrte er als außerordentlicher Professor an der Tierärztlichen Hochschule bzw. Technischen Hochschule Dresden bis 1926, danach als Honorarprofessor. Während des Ersten Weltkrieges war er als Oberleutnant im Bezirkskommando Torgau, eingesetzt, rasch befördert wurde er als Platzmajor von Torgau Kommandant des Offiziersgefangenenlagers, jedoch 1915 für die TH reklamiert. Als Leiter des Zoologischen Gartens Dresden leistete Brandes Bahnbrechendes. Ihm gelangen außerordentliche Zuchterfolge bei Menschenaffen, vor allem bei Orang Utans. Seine auch an das breite Publikum gerichteten Veröffentlichungen zu Anthropoiden verschafften ihm außerordentliche Popularität. Außerdem veröffentlichte Brandes über Parasiten und zur Anwendung der Mikroskopie als praktischer Untersuchungstechnik. Er war Mitglied zahlreicher Akademien und zoologischer Gesellschaften.

Organisationen: In der Zeit der Weimarer Republik war Brandes Mitglied des Vorstandes des Vereins für das Deutschtum im Ausland.

Quellen: UAHW, Rep. 21, Abt. III Nr. 141; NDB Band 2, S. 520; BA R 4901/13259 KK 940.

Autor: HE

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