Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Wilhelm Clausen

geboren: 23. Dezember 1878 Wahnebergen, Regierungsbezirk Hannover
gestorben: 28. April 1961 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Landwirt

Wilhelm Clausen

Das Abitur legte Clausen 1898 am Domgymnasium Verden ab, von 1898 bis 1903 studierte er Medizin in Greifswald, Berlin und Jena. 1903 erhielt er die Approbation, 1904/05 war er Assistenzarzt in Essen. Von 1905 bis 1907 hatte er eine Assistentenstelle an der Augenklinik der Charité inne, wechselte jedoch nach Königsberg. Dort habilitierte er sich 1912 und wurde Oberarzt der Universitätsaugenklinik. Von 1914 bis 1918 leistete er Kriegsdienst zunächst als Frontarzt, dann als Leiter der Augenstation Wilna (Dienstgrad: Oberstabsarzt, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Österreichischen Ehrenzeichen II. Klasse mit Kriegsdekoration). 1915 habilitierte er sich, seinem Mentor folgend, nach Halle um, 1916 erhielt er den Professorentitel. 1919 wurde Oberarzt der Universitätsaugenklinik Halle und 1921 zum außerordentlichen Professor ernannt. 1924/25 vertrat er den vakanten Lehrstuhl an der Universität Würzburg und leitete kommissarisch die dortige Universitätsaugenklink. 1925 wurde er als Ordinarius an die Universität Halle berufen. Durch Spenden von Industriellen, Großagrariern und ehemaligen Patienten gelang ihm der Neubau der Augenklinik. 1937 lehnte er einen Ruf nach Bonn ab. Während des Polenfeldzuges war Clausen beratender Ophtalmologe bei der X. Armee, danach bis zum November 1940 Chefarzt des Reservelazarettes I Halle, von 1941 bis 1945 Leiter des Reservelazarettes III in der Augenklinik der Martin-Luther-Universität (ausgezeichnet mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse). Am 28. September 1945 wurde Clausen von den amtlichen Verpflichtungen entbunden, am 10. Oktober 1945 jedoch beauftragt, die Lehrtätigkeit mit dem Beginn des kommenden Semesters wieder aufzunehmen. 1946 entließ ihn die Universität auf Druck der Landesregierung, die SMA ordnete seine Weiterbeschäftigung als »Spezialist« an und untersagte ihm die Lehrtätigkeit. Im April 1946 wurde er als ordentlicher Professor erneut berufen und als Direktor der Augenklinik eingesetzt. 1953 trat er aus gesundheitlichen Gründen zurück, vertrat sich jedoch noch selbst bis 1955.

Organisationen: Aufnahme in die NSDAP am 1. Mai 1933, (Mitglied Nr. 2 260 390), 1946 Eintritt in die CDU, Rotary-Club bis 1937.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 24434 (Clausen); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407.

Bild: UAHW

Autor: HE

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