Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Julius Dörffel

geboren: 10. Mai 1900 Heidelberg
gestorben: 19. April 1953
Konfession: evangelisch
Vater: Bankdirektor

Julius Dörffel

Dörffel besuchte Schulen in Heidelberg, nach dem Notabitur wurde er zum Kanonier ausgebildet, jedoch nicht mehr eingesetzt. 1919/20 war er Mitglied der Einwohnerwehr Heidelberg, zugleich studierte er Medizin in Heidelberg, später München. Das Staatsexamen legte er 1924 in Heidelberg ab, im selben Jahr promovierte er zum Dr. med. 1925 war er Assistent am Pathologischen Institut Darmstadt, 1926 an der Universitätshautklinik Köln, ab Oktober 1926 an der Universitätshautklinik Königsberg. Hier habilitierte er sich 1930 für Dermatologie. 1931/32 war er Rockefeller-Fellow an der Mayo-Clinik in den USA. 1934 wurde Dörffel Oberarzt an der Universitätshautklinik Königsberg. Ab Januar 1937 vertrat er den vakanten Lehrstuhl in Halle und wurde rasch zum planmäßigen außerordentlichen Professor und Direktor der Hautklinik ernannt. Da ihn Johannes Weigelt zum Prorektor ernannte, erhielt er im August 1939 auch den Titel eines ordentlichen Professors. 1939 einberufen wurde er 1940 von der Wehrmacht entlassen. Auf Betreiben der Gauleitung trat Dörffel vom Amt des Prorektors zurück, er hätte – in den Akten nicht dokumentierte - »Angriffe gegen den Gauamtsleiter Professor Dr. Wagner« gerichtet. Ab Mai 1943 wurde er als beratender Hautfacharzt im Wehrkreis IV tätig (Dienstgrad: Oberstabsarzt). Im Mai 1945 von amerikanischen Militärs verhaftet, entließ ihn die Universität Halle. Nach der Freilassung ließ sich Dörffel als Facharzt in Halle nieder. 1948 wurde er Facharzt in Heidelberg. Dörffel starb bei einem Autounfall auf der Autobahn Heidelberg-Karlsruhe.

Organisationen: Am 1.4. 1933 Eintritt in die SA (Sanitätsobersturmführer), Dienststellung: Sturmbannarzt und Standartenarzt, seit Mai 1935 Brigadearzt der Brigade 4, seit 1. 4. 1937 2. Brigadearzt der Brigade 38 Halle. Am 1. 4. 1933 Eintritt in die NSDAP (Mitglied Nr. 1 840 269), ab Oktober 1933 Dozentenschaftsführer an der Universität Königsberg, Gaufachberater der NSV für Geschlechtskrankheiten, Mitarbeiter des rassenpolitischen Amtes.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 5460 (Dörffel); Leopoldina-Archiv MM 4699 Dörffel.

Autor: HE

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