Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Joachim Albrecht Eggeling

geboren: 30. November 1884 Blankenburg
gestorben: 15. April 1945 Halle (Selbsttötung)
Konfession: nicht ermittelt
Vater: Landwirt

Joachim Albrecht Eggeling

Der Sohn eines Landwirtes besuchte Bürgerschule und Gymnasium in Blankenburg. Von 1898 bis 1904 wurde Eggeling in den Kadettenanstalten Oranienstein und Groß-Lichterfelde ausgebildet. Anschließend diente er als Leutnant im Hannoverschen Jäger-Bataillon Nr. 10, 1913 wechselte er zu einer Maschinengewehrabteilung. Während des Ersten Weltkrieges führte er als Hauptmann eine Maschinengewehrabteilung und wurde mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse, dem Oldenburgischen Friedrich-August-Kreuz I. und II. Klasse sowie dem Österreichischen Militärverdienstkreuz mit Kriegsdekoration ausgezeichnet. Nach dem Abschied vom Heer studierte er Landwirtschaft an der Universität Halle und arbeitete in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben. 1922 übernahm er die Leitung der Domäne Frose in Anhalt. 1925 trat er in die NSDAP ein (Mitglied Nr. 11 579). Seit 1926 beriet er den anhaltischen Gauleiter Wilhelm Friedrich Loeper in Landwirtschaftsfragen, ab 1930 baute er den agrarpolitischen Apparat der NSDAP im Gau Magdeburg-Anhalt auf. 1933 wurde er zum anhaltischen Staatsrat und zum Landesbauernführer für die Provinz Sachsen und Anhalt ernannt. Nach dem Tod Loepers wurde er mit der Geschäftsführung des Gaues Magdeburg-Anhalt betraut. 1936 trat er in die SS ein und erhielt den Rang eines Brigadeführers. 1937 wurde er als Nachfolger Rudolf Jordans zum Gauleiter Halle-Merseburg ernannt. Zur Universität, besonders zu ihrem Rektor Johannes Weigelt, hatte Eggeling ein ausgezeichnetes Verhältnis, Weigelt bezeichnete ihn mehrfach als den »getreuen Ekkehard« der Universität. 1942 wurde Eggeling auch Reichsverteidigungskommissar. Nach der Teilung der Provinz Sachsen ernannte ihn der preußische Ministerpräsident Hermann Göring zum Oberpräsidenten der Provinz Halle-Merseburg. Unmittelbar vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen tötete sich Eggeling durch einen Schuss in den Kopf selbst.


Quellen: Karl Höffkes, Hitlers politische Generale – Die Gauleiter des Dritten Reiches, Tübingen 1997, S. 58 ff.; UAHW, Rep. 4, Nr. 170.

Autor: HE

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