Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Albert Eichhorn

geboren: 1. Oktober 1856 Garlstorf bei Lüneburg
gestorben: 3. August 1926 Braunschweig
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Pfarrer

Albert Eichhorn

Bis zu seinem 15. Lebensjahr wurde Eichhorn von seinem Vater unterrichtet, danach besuchte er das Gymnasium in Hildesheim. Eichhorn studierte an den Universitäten Leipzig, Erlangen und Göttingen Theologie. 1878 legte er die erste theologische Prüfung in Hannover ab. Ab 1879 war er am Hospiz des Klosters Loccum tätig. 1881 legte er die zweite theologische Prüfung. Er war in verschiedenen Pfarreien tätig, wurde aber noch im selben Jahr nach Riede (Kreis Syke) zur Unterstützung seines Vaters versetzt. 1884 wurde der Vater emeritiert, Eichhorn bat um Entlassung aus dem Pfarramt und widmete sich in Göttingen der wissenschaftlichen Arbeit. 1886 promovierte er an der Universität Halle zum Lic. theol. mit der Arbeit »Athanasii de vita ascetica testimonia collecta« und wurde für das Fach Kirchengeschichte habilitiert. Eichhorn ordnete in seiner Dissertation die Religion in geschichtliche Zusammenhänge ein und formulierte damals als polemisch zu bewertende Thesen, etwa: »Die Geschichtsschreibung ist eine Kunst.«, »Historiker ist nur, wer die Gegenwart versteht«. und »Die Dogmatik ist weder von der Metaphysik noch von der Geschichte unabhängig.« 1888 zum Professor ernannt, nahm er 1901 einen Ruf an die Universität Kiel an. Sein Hauptwerk »Das Abendmahl im Neuen Testament« erschien 1898. Vom religionsgeschichtlichen Standpunkt aus konstatierte er das Fehlen stichhaltiger Belege für den sakralen Charakter des letzten Mahls von Jesus mit seinen Jüngern am Gründonnerstag, eine Bewertung, die von anderen Theologen aufgegriffen wurde. 1913 erkrankte Eichhorn an Schüttellähmung und lebte dann in Braunschweig.

Quellen: UAHW, Rep. 27, Nr. 850; Dissertation; www.bautz.de; NDB Band 4, S. 379.

Autor: HE

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