Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Richard Fester

geboren: 20. September 1860 Frankfurt am Main
gestorben: 5. Januar 1945 Garmisch-Partenkirchen
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Rechtsanwalt und Notar

Richard Fester

Bis 1881 besuchte Fester das Gymnasium in Frankfurt am Main, danach leistete er Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Er studierte an den Universitäten München, Berlin, Straßburg. Dort promovierte er 1886 zum Dr. phil. und legte das Staatsexamen für die Fächer Geschichte, Deutsch und Geographie ab. Von 1887 bis 1892 war er Hilfsarbeiter am Generallandesarchiv in Karlsruhe und Mitarbeiter der badischen historischen Kommission. 1893 habilitierte er sich an der Universität München. 1896 erhielt Fester einen Ruf auf ein planmäßiges Extraordinariat an der Universität Erlangen, 1899 wurde er dort zum Ordinarius ernannt. 1907 folgte er einem Ruf nach Kiel, 1908 einem nach Halle. Während des Ersten Weltkrieges baute er eine Kriegssammlung am Historischen Seminar auf. Für die »aufopfernde Tätigkeit« als ehrenamtlicher Begutachter deutscher Druckschriften »auf Ausfuhrfähigkeit in das Ausland« wurde er mit dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet. 1925 erstattete er ein Gutachten im sogenannten »Dolchstoßprozess«, in dem er die Sozialdemokratie des Vaterlandsverrates bezichtigte. Am 1. Oktober 1926 wurde er emeritiert. In der NS-Zeit war Fester Mitglied des Sachverständigenbeirates des Reichsinstitutes für Geschichte des Neuen Deutschland, 1938 erhielt er die Goethe-Medaille, 1941 veröffentlichte Fester eine Schrift über »Das Judentum als Zersetzungselement der Völker«.

Organisationen: 1917/18 Mitglied der Vaterlandspartei.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 6000 (Fester); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; DBE Bd. 3, S. 275.

Bild: UAHW

Autor: HE

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