Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Max Fischer

geboren: 14. März 1858 Schmannewitz (Sachsen)
gestorben: 12. September 1913 Berlin-Friedenau
Konfession: evangelisch
Vater: nicht ermittelt

Max Fischer

Fischer besuchte Realschulen in Leipzig und Döbeln, dort zuletzt die Landwirtschaftliche Abteilung. Nach einer landwirtschaftlichen Lehre und dem Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger (1877/78) übernahm er 1881 die Leitung eines Rittergutes in Sachsen. Da der Eigentümer des Gutes 1888 wechselte, kündigte Fischer und immatrikulierte sich an der Universität Halle, um landwirtschaftliche Vorlesungen zu hören. 1889 legte er die Reifeprüfung am Realgymnasium der Franckeschen Stiftungen ab. 1892 promovierte Fischer mit einer Arbeit über den Einfluss der Düngung auf den Stickstoffgehalt des Roggenkorns. 1893 erhielt er eine Anstellung als Assistent im landwirtschaftlich-physiologischen Laboratorium der Universität. Da Julius Kühn ihn drängte, die akademische Laufbahn einzuschlagen, legte Fischer weitere Ergänzungsprüfungen ab. Vom preußischen Landwirtschaftsministerium wurde Fischer jedoch zunächst als Sachverständiger in die Hochwasserkommission berufen und von der Universität beurlaubt. Außerdem war er im Auftrag des Ministeriums nach einer Dürreperiode als landwirtschaftlicher Wanderlehrer tätig. Weitere Tätigkeiten in Kommissionen des preußischen Staates beschäftigten Fischer bis 1895. Da jedoch Kurt Rümker einen Ruf nach Breslau annahm, bat Kühn um die Freigabe Fischers, der noch im Jahr 1895 mit einer experimentellen Arbeit zur Agrarchiemie habilitiert wurde. Als Privatdozent las er Züchtungslehre landwirtschaftlicher Kulturpflanzen aber auch Tierzuchtlehre. 1896 folgte Fischer einem Ruf auf ein besoldetes Extraordinariat an der Universität Leipzig, 1901 nahm er den Ruf auf eine außerordentliche Professur für Tierzuchtlehre und Molkereiwesen sowie Bodenkunde an der Universität Halle an. 1905 wurde er allerdings von der Leitung der Abteilung Tierzucht und Molkereiwesen entbunden, da Julius Kühn Ferdinand Wohltmann mit der Leitung dieser Abteilung beauftragte. Von 1907 bis 1909 war Fischer an die Kolonialschule in Witzenhausen bei Kassel beurlaubt, um dort Tierzucht und Betriebslehre zu unterrichten. Er kehrte jedoch bereits nach einem Semester an die Universität Halle zurück. Kurator Meyer stellte umfassende Ermittlungen an und registrierte einen »fast« schon »pathologischen Größenwahn«, durch den sich Fischer in Witzenhausen »unmöglich« gemacht und mit allen überworfen hätte. 1908 erhielt Fischer das Angebot, die Chefredaktion der »Illustrierten landwirtschaftlichen Zeitung« zu übernehmen. Dies war jedoch keine lukrative Stellung, so dass er ab 1911 die Vorlesungstätigkeit wieder aufnahm. Die Redaktion der Zeitschrift leitete er bis zu seinem Tod im Nebenamt.

Quelle: UAHW, Rep. 21, Abt. III Nr. 142; UAHW, Rep. 11, PA 6092 (M. Fischer).

Autor: HE

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