Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Max Fleischmann

geboren: 5. Oktober 1872 Breslau
gestorben: 14. Januar 1943 Berlin (Selbsttötung)
Konfession: evangelisch, vorher
mosaisch
Vater: Kaufmann

Max Fleischmann

Fleischmann besuchte das Gymnasium in Breslau, von 1891 bis 1894 studierte er Rechts- und Staatswissen-schaften sowie neuere Geschichte an der Universität seiner Vaterstadt. Von 1894 bis 1899 war er Referendar, 1896 promovierte er an der Universität Halle zum Dr. jur. Nach dem Assessorexamen wurde er 1900 Hilfsrichter am Landgericht Halle, 1902 habilitierte er sich mit einer Arbeit über den Weg der Gesetzgebung in Preußen für Staats- und Verwaltungsrecht. 1908 erhielt er den Professorentitel und einen Lehrauftrag für Kolonialrecht, den ersten an einer preußischen Universität. 1910 wurde er zum beamteten außerordentlichen Professor an die Universität Königsberg berufen. 1914 wurde seine Freiwilligmeldung wegen eines Herzfehlers abgelehnt. So war Fleischmann in der Kriegs-zeit unter anderem Staatsanwalt in Königsberg beim Gericht des Belagerungszustandes, wofür er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse am schwarz-weißen Band ausgezeichnet wurde. 1915 wurde er zum ordentlichen Professor in Königsberg ernannt, von 1917 bis 1919 war er Senatsvorsitzender des Reichsschiedsgerichtes für die Kriegswirtschaft. 1921 nahm er einen Ruf an die Universität Halle an, 1925/26 war er ihr Rektor. Mehrfach vertrat Fleischmann Preußen und das Deutsche Reich in nati-onalen und internationalen Rechtsstreitigkeiten, u. a. bei den Vermögensauseinandersetzungen zwischen Preußen und den Hohenzollern sowie 1930 bei der Haager Konferenz für die Kodifikation des Völkerrechts. 1933 wurde Fleisch-manns Gehalt gekürzt, die Lehrbefugnis verlor der durch die Frontkämpferklausel zunächst Geschützte 1935. 1941 zog Fleischmann nach Berlin, wo er Kontakte zu späteren Mitgliedern des militärischen Widerstands hatte. Am 14. Januar 1943 wurde er im Haus des ehemaligen Justiz-ministers Eugen Schiffer von der Gestapo gestellt und wegen seiner Weigerung, den Judenstern zu tragen, verhaftet. Seine Bitte, noch einmal seine Wohnung betreten zu dürfen, um einige Sachen zu holen, wurde ihm gewährt. Hier nahm er eine große Dosis Veronal, die seinen Tod herbeiführte. (Quelle dafür: Rede Eißfeldts am 13. September 1947. In: UAHW Rep. 4 Nr. 2090.) Nach anderer Darstellung vergifte sich Fleischmann bereits im Haus Eugen Schiffers.

Organisationen: -

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 6121 (Fleischmann); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Walter Pauly, Max Fleischmann (1872-1943) und das Öffentliche Recht in Halle. In: Pauly, Walter (Hrsg.), Hallesche Rechtsgelehrte jüdischer Herkunft, Köln u. a. 1996

Bild: UAHW

Autor: HE

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