Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Fritz Flügel

geboren: 20. März 1897 Dresden
gestorben: 23. April 1973 Erlangen
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Architekt

Fritz Flügel

Nach dem Besuch des Drei-Königs-Gymnasiums in Dresden meldete sich Flügel 1914 als Kriegsfreiwilliger, wurde an der Westfront eingesetzt und 1918 als Leutnant entlassen (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Albrechtskreuz 2. Klasse mit Schwertern). Er studierte Medizin in Leipzig, Freiburg, Breslau, Würzburg und München. Das Staatsexamen bestand er 1922 und promovierte an der Universität München zum Dr. med. Dort war er Volontärassistent, von 1925 bis 1927 volontierte er an der Klinik Charcot Salpetriere Paris und erhielt dort eine neurologische Ausbildung. 1927 wurde er Assistent, später Oberarzt an der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Leipzig. Hier habilitierte er sich 1932 mit einer Arbeit über Hirntumoren. 1938 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Im Januar 1939 wurde er mit der Leitung der Nervenklinik der Stadt Chemnitz betraut, im September 1939 erhielt er einen Ruf an die Universität Halle und wurde zum Direktor der Universitätsnervenklinik ernannt. Ab 1940 war er beratender Psychiater im Wehrkreis IV (ausgezeichnet mit dem Kriegsverdienstkreuz 1. und 2. Klasse). Im Dezember 1945 wurde Flügel verdächtigt, an der Tötung von Geisteskranken beteiligt gewesen zu sein. Trotz völliger Entlastung von diesen Vorwürfen wurde er im Januar 1946 wegen der Mitgliedschaft in der NSDAP als Professor und Klinikdirektor entlassen, aber als unentbehrlicher Fachmann weiterbeschäftigt. 1949 floh er nach Westdeutschland und war zunächst in Tübingen tätig. 1951 erhielt er einen Ruf auf ein Ordinariat der Universität Erlangen, hier war er Direktor der Psychiatrischen und Nervenklinik. 1965 wurde Flügel emeritiert.

Organisationen: SA, Dienst als Sanitätsoberscharführer, Überführung in das NSKK, Aufnahme in die NSDAP am 1. Mai 1937 (Mitglied Nr. 4 301 376), 1946 CDU.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 6135 (Flügel); Auskunft UA Erlangen.

Bild: UAHW

Autor: HE

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