Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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(Carl Christian) Leberecht Franke

geboren: 24. November 1796 Stenzig bei Sonnenburg (Neumark)
gestorben: 1. Mai 1879 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: nicht ermittelt

(Carl Christian) Leberecht Franke

Wie die Universitätschronik in ihrem Nachruf schreibt, gelang es Franke, der in »bescheidenen Verhältnissen« geboren wurde, nur »unter mancherlei Schwierigkeiten« auf dem Pädagogium in Züllichau die für ein Universitätsstudium notwendige Vorbildung zu erwerben. 1813 trat er als Freiwilliger in das preußische Heer ein und nahm am Krieg gegen Frankreich teil. Nach der Rückkehr studierte er an der Universität Halle Theologie . Danach war als Lehrer an einer vorbereitenden Schule für höhere Lehranstalten in Magdeburg tätig. Kurze Zeit später erhielt er eine Stelle als Pfarrer an St. Marien in Halle, der sogenannten Marktkirche. 1823 wurde er zum Diakonus ernannt. 1826 promovierte Franke an der Universität Halle mit der Schrift »De diei dominici apud veteres Christianos celebratione« zum Lic. theol. und nahm die Vorlesungstätigkeit auf. Als Seelsorger erwarb sich Franke hohes Ansehen, unter anderem durch sein Wirken bei der Choleraepidemie 1832 (»Das Wort Gottes an seine Bekenner nach gnädiger Errettung aus langer, schwerer Trübsal«, 1832). 1834 wurde er zum Archidiakonus befördert und erhielt den Professorentitel. 1848 folgte die Ernennung zum Superintendenten der Stadt-Diöezese. Frankes wissenschaftliches Werk war nicht umfangreich: Zum 300jährigen Jubiläum der Reformation in Halle verfasste Franke eine Festschrift (»Geschichte der Hallischen Reformation mit steter Berücksichtigung der allgemeinen deutschen Reformationsgeschichte«, 1841). Außerdem publizierte er in der Zeitschrift für Prediger. Frankes Vorlesungstätigkeit erstreckte sich vor allem auf die Bereiche Katechetik, Homiletik und Enzyklopädie der Theologie. Zur Universität geriet Franke allerdings zunehmend in Distanz, da er der rationalistischen Richtung der Theologie angehörte und seine Auffassungen, wie die Universitätschronik schrieb, »mit fester Überzeugungstreue zu vertreten wusste.« Nachdem die Theologische Fakultät sich von den Ordinarien, die der rationalistischen Schule angehörten, getrennt hatte, stellte Franke in den 1850er Jahren die Vorlesungstätigkeit ein. 1875 trat er altershalber auch vom Pfarramt zurück.

Organisationen: Franke gehörte der St. Johannis Loge zu den drei Degen im Orient zu Halle an (»Freimaurerische Festreden«, 1840).

Quellen: Universitätschronik 1879/80, S. 9 f.; Schriften.

Autor: HE

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