Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Karl Friedländer

geboren: 19. November 1847 Brieg (Schlesien)
gestorben: 13. Mai 1887 Meran (Südtirol)
Konfession: jüdisch
Vater: nicht ermittelt

Karl Friedländer

Vermutlich studierte Friedländer Medizin an den Universitäten Würzburg, Leipzig und Berlin. 1868 promovierte er an der Universität Berlin mit der Dissertation »Über die Verstopfung der Lungenarterie« zum Dr. med. Danach trat Friedländer eine Assistentenstelle an den Universitätskliniken in Straßburg an. 1872 habilitierte er sich an der Universität Halle mit der Schrift »Experimenta nonulla de pneumonia histologica additis observationibus de normali pulmonum epithlo« für das Fach pathologische Anatomie (deutsch in zwei Teilen: »Untersuchungen über die Lungenentzündung« und »Über lokale Tuberkulose« 1873). Die Medizinische Fakultät beschloss am 8. Mai 1872 den König um den erforderlichen Dispens von § 4 der Universitätsstatuten zu bitten, da man »keine Bedenken« gegen die Habilitation Friedländers habe. 1879 wechselte er als pathologischer Anatom an das Städtische Krankenhaus Berlin-Friedrichshain und habilitierte sich an die Universität Berlin um. 1884 erhielt er den Professorentitel, erkrankte jedoch wenig später an Tuberkolose, an der er während einer Erholungsreise verstarb.
Friedländer leistete substantielle Beiträge zur Pathologie (»Über Epithelwucherung und Krebs«, 1877) vor allem aber zu ihrer Methode (»Mikroskopische Technik zum Gebrauch bei medizinischen und pathologisch-anatomischen Untersuchungen«, 1882, 6. von Carl Josef Eberth aktualisierte Auflage 1900, auch englisch und russisch). 1883 entdeckte er die Bakterienart Pneumokokkus (Streptococcus pneumoniae), den wichtigsten Erreger den Lungenentzündung. (Das Bakterium wurde 1885 von Carl Fränkel genauer bestimmt und benannt.) Wissenschaftsorganisatorische Verdienste erwarb sich Friedländer durch die Gründung der Zeitschrift »Fortschritte der Medizin« (1883).

Quellen: Chronik 1872, S. 4; Isidor Fischer, 1962, S. 451 f.; der Eintrag in der ADB im www. folgt der fehlerhaften Darstellung in Hirsch Ärztelexikon.

Autor: HE

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