Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Max Frischeisen-Köhler

geboren: 18. Juli 1878 Berlin
gestorben: 22. Oktober 1923 Halle
Konfession: katholisch
Vater: Kaufmann
Stiefvater: Kaufmann

Max Frischeisen-Köhler

Frischeisen-Köhler besuchte das Luisengymnasium, dann die Universität in Berlin. Er studierte Mathematik, Physik und Zoologie wandte sich jedoch unter dem Einfluss Wilhelm Dilteys der Philosophie und ihrer Geschichte zu. 1902 promovierte er über »Hobbes in seinem Verhältnis zu der mechanischen Naturanschauung«. 1906 habilitierte er sich an der Universität Berlin mit einer Schrift über den »Realitätswert der sinnlichen Qualitäten«, nebenamtlich war er als Dozent der Handelshochschule Berlin tätig. Seit 1912 hielt er Fortbildungskurse für Lehrer ab, was sein Interesse für Pädagogik und Psychologie weckte. Im August 1915 meldete sich Frischeisen-Köhler als Freiwilliger zum Heer, schied jedoch bereits nach wenigen Wochen nach einem komplizierten Knöchelbruch, den er sich beim Exerzieren zugezogen hatte, aus. Bei der Neubesetzung des pädagogischen Extraordinariates an der Universität Halle kam Frischeisen-Köhler 1915 zunächst nicht in die engere Wahl, ein Fakultätsgutachten warf ihm »Vielgeschäftigkeit« vor, die ihn der »wissenschaftlichen Vertiefung« seiner Gedanken gehindert habe. Auf Grund eines Sondervotums von Hans Vaihinger wurde Frischeisen-Köhler doch noch berufen, Vaihinger lobte dessen Schriften über die Bedeutung der Psychologie und der Ethik für die Pädagogik. Außerdem seien seine pädagogischen Vorlesungen »außerordentlich gut besucht gewesen«, wie Vaihinger schrieb, »insbesondere auch sehr viel besser« als die des zuständigen Ordinarius. Sein Lehrerfolg war auch in Halle groß, so dass er 1921 zum Ordinarius ernannt wurde. Der konservativ gesinnte und für die deutschen Kriegsziele engagierte Frischeisen-Köhler arbeitete die Grenzen des psychologischen Experiments heraus und betonte statt dessen die Bedeutung pädagogischer Theorien für die Ausprägung der Weltanschauung von Lehrern und Schülern (»Das Problem des ewigen Friedens – Betrachtungen über das Wesen und die Bedeutung des Krieges«, 1915; »Grenzen der experimentellen Methode«, 1918; »Bildung und Weltanschauung«, 1921). In der Neuen Deutschen Biographie werden rückschauend auch Frischeisen-Köhlers erkenntnistheoretische Werke gewürdigt.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 6075 (Frischeisen-Köhler); NDB, 5, S. 619f.

Autor: HE

Zum Seitenanfang