Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gustav Frölich

geboren: 2. Februar 1879 Oker/Harz
gestorben: 23. August 1940 Dummersdorf bei Rostock
Konfession: evangelisch
Vater: Hütteninspektor

Gustav Frölich

Frölich besuchte Schulen in Oker und Goslar, das Abitur legte er 1897 ab. Er studierte Natur- und Landwirtschaftswissenschaften in Braunschweig, Göttingen und Bonn-Poppelsdorf. Ab 1899 besuchte er die Molkereischule Hameln. Neben dem Abschluss als Diplomlandwirt legte er verschiedene Prüfungen u.a. als Tierzüchter ab. 1900 trat er eine Stelle am Versuchsfeld der Universität Göttingen an, 1904 wurde er mit einer Arbeit über das »so genannte umlaufende Betriebskapital« promoviert. Von 1905 bis 1909 leitete er die Saatgutzucht der Domäne Friedrichswerth in Thüringen, wo ihm die Zucht der widerstandsfähigen Friedrichswerther Berg-Wintergerste gelang. Zugleich beschäftigte er sich mit der Edelschweinezucht und reiste zu Studienzwecken in die USA. Nach kurzer Tätigkeit als Generalsekretär des Land- und forstwirtschaftlichen Hauptvereins zu Göttingen folgte Frölich 1910 einem Ruf als Professor für Tierzucht und Taxationslehre nach Jena. 1912 wechselte er als Ordinarius für allgemeine Landwirtschaftslehre und Tierzucht an die Universität Göttingen, 1915 übernahm er die Leitung des Instituts für Tierzucht und Molkereiwesen an der Universität Halle. Ab 1916 arbeitete er für das Landesfleischamt Berlin und erhielt das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. Nach dem Ersten Weltkrieg führten ihn Studienreisen nach Turkestan sowie Südwest- und Südafrika. Im Juli 1932 zum Rektor der Universität Halle gewählt, lavierte er – vor allem als Vorsitzender der Deutschen Rektorenkonferenz – vorsichtig, aber vergeblich, um nationalsozialistische Eingriffe in das Hochschulsystem abzuwenden. Ab 1938 widmete sich Frölich dem Aufbau des neugegründeten Kaiser-Wilhelm-Instituts für Tierzucht in Dummerstorf bei Rostock, das zugleich mit einem Ordinariat der Universität Rostock verbunden werden sollte. Nach Dummerstorf überführte er auch die Karakulherde der Universität, die nach seinem plötzlichen Tod an die Universität Halle zurückversetzt wurde.

Organisationen: Mitglied des Alldeutschen Verbandes, 1933 Förderndes Mitglied der SS, 1934 NSV, RLB, Mitglied der NSDAP seit 1. Mai 1937, Angehöriger des Landesbauernrates, 1938 in den Reichsbauernrat berufen.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 6354 (Frölich); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; DBE Bd. 3, S. 505.

Bild: UAHW

Autor: HE

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