Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Simon Peter Gasser

geboren:13. Mai 1676 Kolberg
gestorben:22. November 1745 Halle
Konfession:evangelisch
Vater:Georg Gasser, kurfürstlich-brandenburgischer Landrentmeister (Finanzbeamter)

Simon Peter Gasser

Gasser besuchte zunächst die Stadtschule in Kolberg und wechselte anschließend auf das Gymnasium in Stettin, wo er die Humaniora studierte. 1694 immatrikulierte sich Gasser an der Leiziger Universität für das Jurastudium. Am 12. November 1697 schrieb er sich für dasselbe Fach an der Universität Halle ein. Ab 1700 war er in Halle als Hofmeister des Barons von Enden tätig. 1704 unternahm er eine Studienreise durch Holland. Als er 1705 nach Halle zurückkehrte, wurde er zum Doktor der Jurisprudenz promoviert. Anschließend arbeitete er als Privatdozent und als Advokat.

Am 8. Januar 1709 erhielt Gasser den Ruf als außerordentlicher Professor an der Juristischen Fakultät in Halle. Er wurde zudem 1711 Assessor des Schöppenstuhls in Halle und Kammerkonsulent. Als die Regierung des Herzogtums Sachsen 1714 von Halle nach Magdeburg verlegt wurde, musste Gasser folgen. Er erhielt 1716 für seine Verdienste für die Regierung den Titel des Kammerrats.

Am 13. September 1720 wurde Gasser auf eine ordentliche Professor der Rechte befördert. Gleichzeitig erhielt er den Titel des Kriegs- und Domainenrates.

1727 entschied sich Friedrich Wilhelm I. von Preußen (1688-1740) zwei Lehrstühle für Kameralwissenschaften einzurichten, um die Wirtschaft seines Landes und das Wissen darum im aufgeklärten Geiste seiner Zeit zu fördern. Beide Lehrstühle waren die ersten ihrer Art in Deutschland: der eine wurde in Halle, der andere in Frankfurt/Oder installiert. Gasser erielt diesen  Lehrstuhl für „Ökonomie, Polizey- und Kameralwissenschaften". In diesem Zusammenhang wurde Gasser zum Geheimen Rat ernannt.

Gasser hatte 1708 Johanna Elisabeth Sellentin geheiratet. Sie war die Tochter des halleschen Pfänners und Handelsmanns Sellentin. Das Paar hatte mehrere Kinder, u.a. Beata Amalia (1711-1762), die 1733 den halleschen Theologieprofessor Johann Heinrich Callenberg (1694-1760) heiratete.

Bild: Dreyhaupt

Quellen: ADB, Bd. 8, Leipzig 1878, S. 401f.; Dreyhaupt, S. 619; Ersch/Gruber, Sekt. 01, Theil 54, S. 204; Förster, S. 214f.; Matrikel Halle I, S. 166; UAHW Rep 3, Nr. 240 Bestallung und Besoldung der Professoren der Juristischen Fakultät Bd. 1 (1691-1730) u. Bd. 2 (1730-1754).

Autorin: JS

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