Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Alfred Genzmer

geboren: 19. April 1851 Marienwerder (Westpreußen)
gestorben: 8. Dezember 1912 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: praktischer Arzt

Alfred Genzmer

Zunächst erhielt Genzmer Privatunterricht, später besuchte er das Gymnasium in Marienwerder. Ab 1868 studierte er Medizin an den Universitäten Halle, Königsberg, Leipzig und wieder Halle. 1873 promovierte er an der Universität Halle mit einer Dissertation über die Sinneswahrnehmungen des neugeborenen Menschen zum Dr. med. 1874 erhielt er die Approbation und trat eine Assistentenstelle an der Chirurgischen Universitätsklinik an. Basierend auf den Erfahrungen der klinischen Praxis verfasste er hier mit seinem Chef Richard von Volkmann eine Studie »Über septisches und aseptisches Wundfieber« (1877). 1878 habilitierte sich Genzmer mit der Arbeit »Die Hydrocele und ihre Heilung durch den Schnitt bei antiseptischer Wundbehandlung« für das Fach Chirurgie. Wenig später wechselte er an das Diakonissenhaus Halle, setzte die Lehrtätigkeit und die wissenschaftliche Arbeit jedoch fort. So verfasste er als Einführung für praktische Ärzte und Studierende ein »Lehrbuch der speziellen Chirurgie« (1884). 1884 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt, 1887 lehnte Genzmer einen Ruf nach Groningen (Niederlande) ab. 1894 wurde er Chefarzt des Diakonissenhauses und zugleich Oberarzt der chirurgischen Station. 1912 wurde Genzmer, der für seine Tätigkeit mit der Mitgliedschaft in der Akademie Leopoldina, dem Roten Adler-Orden 4. Klasse und dem Königlichen Kronen-Orden 3. Klasse geehrt wurde, ließ sich 1912 wegen »Gebrechlichkeit« von den amtlichen Verpflichtungen entbinden.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 6577 (Genzmer); Dissertation; Leopoldina-Archiv MM 3076 (Genzmer); Isidor Fischer, 1962, S. 491.

Autor: HE

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