Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Fritz Giese

geboren: 21. Mai 1890 Charlottenburg
gestorben: 12. Juli 1935 Berlin
Konfession: evangelisch
Vater: technischer Kaufmann

Fritz Giese

Giese studierte breit: Germanistik und Philosophie, später Psychologie, Medizin und Physik. 1915 promovierte er bei dem Psychologen Wilhelm Wundt an der Universität Leipzig zum Dr. phil. (»Untersuchungen über die Zöllnersche Täuschung«). Während des Ersten Weltkrieges arbeitete er auf einer Station für Hirnverletzte in der Landesheilanstalt Nietleben bei Halle. Hier begründete er das erste deutsche Provinzialinstitut für praktische Psychologie. Außerdem äußerte er sich in Denkschriften zu den Möglichkeiten einer Dienstpflicht für Frauen (»Die Idee einer Frauendienstpflicht«, 1916). Die juristische und staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Halle beauftragte ihn 1921 mit der Abhaltung von Vorlesungen und Übungen über Wirtschaftspsychologie. 1923 folgte Giese einem Ruf an die TH Stuttgart, wo er ein »Psychotechnisches Laboratorium« aufbaute. 1929 zum außerordentlichen Professor ernannt, hielt er ab 1932 auch Vorlesungen in Madrid und Barcelona. Eine Berufung nach Rio de Janeiro lehnte Giese 1931 ab. Giese lediglich als Bahnbrecher der Psychotechnik zu bezeichnen, werde seiner Vielseitigkeit nicht gerecht, meint die Neue Deutsche Biographie. Denn er habe als einer der ersten die Erkenntnisse der Tiefenpsychologie methodisch in die Psychodiagnostik eingebaut und sich mit Fragen der Literatur, Sportmedizin oder Musiktherapie beschäftigt. Neben der Abfassung von zahlreichen Monographien edierte Giese das Handwörterbuch der Arbeitswissenschaft und gab ein mehrfach aufgelegtes Psychologisches Wörterbuch heraus.

Organisationen: Förderndes Mitglied der HJ

Quelle: NDB; Kürschner; BA R 4901/13263

Autor: HE

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