Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Ludwig Wilhelm Gilbert

geboren:12. August 1769 Berlin
gestorben:7. März 1824 Leipzig
Konfession:
Vater:Johann Ludwig Dietrich Gilbert (um 1744-1775), Kammergerichtsadvokat Berlin

Ludwig Wilhelm Gilbert

Gilbert besuchte ab 1776 das Dessauer Philanthropin. Am 6. Mai 1786 immatrikulierte er sich an der Universität Halle und studierte die Fächer Mathemantik, Geographie und Phyik. Am 15. Dezember 1794 wurde Gilbert zum Doktor der Philosophie promoviert.

Ab diesem Zeitpunkt las er in der Mathematik als Privatdozent. 1795 wurde er zum Observator der Sternwarte berufen und am 22. Juli desselben Jahres zum außerordentlichen Professor der Mathematik und Physik. 1798 übernahm er zudem das Amt des Unterbibliothekars an der Universitätsbibliothek.

Am 23. März 1801 gelang ihm der Aufstieg in die ordentliche Professur seiner beiden Fächer. Zwei Monate später erhielt er zudem den Lehrstuhl der Chemie von Friedrich Albrecht Carl Gren, der kurz zuvor verstorben war. Von Gren übernahm Gilbert zudem die Zeitrschrift "Annalen der Physik", die er anschließend 25 Jahre lang mit großem Erfolg herausgab. Seine publizistische Leistung bestand darin, dass er alle Diskussionen berücksichtigte, die in seiner Wissenschaft stattfanden, die neu erschienene Literatur kommentierte und die neuen Erkenntnisse einordnete. Er war zudem bei seinen Studenten und Zuhörern wegen seiner strukturierten Rede sehr beliebt.

1808 verlieh ihm die Universität Greifswald die Ehrendoktorwürde und 1811 wechselte Gilbert an die Universität Leipzig als ordentlicher Professor der Physik.

Gilbert war über die Grenzen seiner Wissenschaft umfassend interessiert, u.a. für die Kunst, die Musik und das Theater. So war er auch bei geselligen Anlässen ein wohl gern gesehener Gast. Neben seiner, für die Zeit typische Sammelleidenschaft für Mineralien und physikalische Instrumente, besaß er eine umfangreiche Kupferstichsammlung. Gilbert blieb ledig.

Organisationen:

1797 Mitglied der Freimaurerloge "Zu den drei Degen" Halle

1809 Auswärtiges Mitglied der Akademie der Wissenschaften St. Petersburg

1812 Auswärtiges Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Künste Berlin

Quellen: ADB, Bd. 9, Leipzig 1879, S. 168; Ersch/Gruber, Sect. 01, Theil 67, Leipzig 1858, S. 203-207; NDB, Bd. 6, Berlin 1964, S. 391f.; StAH FA Nr. 6127; UAHW Originalmatrikel nach 1744, Bd. I. Bl. 275; UAHW Rep 3, Nr. 249 Bestallung und Besoldung der Professoren der Philosophischen Fakultät (1766-1798).

 

Autorin: JS

 

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