Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Heinrich Girard

geboren: 2. Juni 1814 Berlin
gestorben: 11. April 1878 Halle
Konfession: evangelisch-reformiert
Vater: Spielwarenhändler

Heinrich Girard

Der aus einer Hugenottenfamilie stammende Girard besuchte die Gewerbeschule in Berlin und begann eine Apothekerlehre. 1835 legte er die Reifeprüfung am französischen Gymnasium in Berlin ab. Er studierte in Berlin Naturwissenschaften, speziell Mineralogie. Eine Forschungsreise führte ihn nach Neapel, promoviert wurde er mit einer Dissertation über den Basalt. Girard erhielt eine Kustodenstelle am mineralogischen Museum der Universität Berlin und habilitierte sich 1845 für das Fach Mineralogie. Im selben Jahr veröffentlichte er die Schrift »Geognostische Untersuchungen in der norddeutschen Tiefebene«. Wenig später wurde er als außerordentlicher Professor an die Universität Marburg berufen. 1854 wechselte er als ordentlicher Professor an die Universität Halle. 1863/64 war er hier Rektor, eine Erkrankung zwang ihn jedoch zum Rücktritt vom Amt. Girard veröffentlichte ein »Handbuch der Mineralogie« (1862), brachte aber auch Nichtspezialisten die Geologie und Mineralogie näher. 1855 erschien sein Bericht über »Geologische Wanderungen«, für die rasant wachsende Zahl der Landwirtschaftsstudenten verfasste er ein Hand- und Lehrbuch (»Grundlagen der Bodenkunde für Land- und Forstwirte«, 1868). Die Anschauungen seines akademischen Lehrers erläuterte Girard in seinem Alterswerk »Briefe über Alexander von Humboldts Kosmos« (1869).

Quellen: Chronik 1877/88, S. 10 f.; Schriften.

Autor: HE

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