Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Gustav Glogau

geboren: 6. Juni 1844 Laukischken bei Labiau (Ostpreußen)
gestorben: 22. März 1895 Laurion (Griechenland)
Konfession: evangelisch
Vater: Pfarrer, Superintendent

Gustav Glogau

Glogau besuchte das Gymnasium in Tilsit und legte 1863 die Reifeprüfung ab. Er trat in die Militärärztliche Akademie Berlin ein, wechselte jedoch nach einem Jahr an die Universität Berlin, um Philologie und Philosophie sowie Geschichte zu studieren. Kurze Zeit war Glogau als Hauslehrer im polnischen Russland tätig, 1869 promovierte er an der Universität Halle mit der Dissertation »De Aristotelis ethicon nicomacheorum notionibus« zum Dr. phil. und trat eine Stelle als Lehrer an der Latina der Franckeschen Stiftungen an. Er nahm am Krieg gegen Frankreich teil und wurde bei Beaumont schwer verwundet. Nach der Genesung legte er das Oberlehrerexamen ab und arbeitete wieder an der Latina. 1873 wechselte Glogau als Oberlehrer an das Progymnasium in Neumark (Westpreußen). Hier verfasste er eine Studie zum Zusammenhang von Denken und Sprache, in der er die Stichhaltigkeit der damals neuen psychologischen Untersuchungen untermauerte (»Steinthals psychologische Formeln, zusammenhängend entwickelt«, 1876). 1876 ging Glogau als Gymnasiallehrer nach Winterthur (Schweiz) und habilitierte sich 1878 an der Universität Zürich mit einer Vorlesung über psychische Mechanik. Zugleich wurde er als Privatdozent am Polytechnikum Zürich zugelassen, 1882 folgte hier die Ernennung zum Professor. 1883 wurde Glogau als außerordentlicher Professor an die Universität Halle berufen, 1884 nahm er den Ruf auf eine ordentliche Professor für Philosophie an der Universität Kiel an. Glogau lehrte, seinen psychologischen Interessen folgend vor allem Pädagogik, außerdem versuchte er eine Annäherung der Philosophie an die Religion (Vorlesungen zur Religionsphilosophie postum herausgegeben 1898). Er verfasste einen »Grundriss der Psychologie« (1884, Band 2 unter dem Titel »Das Wesen und die Grundformen des Geistes«, 1892). Seine Forschungen zur griechischen Philosophie, zur Völkerpsychologie sowie zur Logik und Erkenntnistheorie gingen in einen »Abriss der philosophischen Grundwissenschaften« (2 Bände 1880/88) ein. Glogau starb an den Folgen eines Unfalls während einer Studienreise in Griechenland.

Quellen: Dissertation; Volbehr/Weyl, Kiel, S. 179f.; DBE Band 4, S. 34; ADB im www.

Autor: HE

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