Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Bild für rechte Spalte: Reitersiegel-Binärcode

Hermann (der Jüngere) Graßmann

geboren: 8. Mai 1857 Stettin
gestorben: 21. Januar 1922 Gießen
Konfession:evangelisch
Vater: Gymnasialprofessor

Hermann (der Jüngere) Graßmann

Graßmann besuchte das Marienstifts-Gymnasium in seiner Heimatstadt, das Reifezeugnis erhielt er 1875. Er studierte Mathematik, Physik und Naturwissenschaften an den Universitäten Leipzig und Halle. 1881/82 absolvierte er das Probejahr am Gymnasium Sangerhausen, 1882 trat er eine Stelle als Lehrer an der Lateinischen Hauptschule der Franckeschen Stiftungen an. 1888 legte Graßmann die Prüfung für das höhere Lehramt ab und wurde 1890 zum Oberlehrer befördert. Zwischen 1886 und 1893 veröffentlichte er das dreibändige Werk »Anwendung der Ausdehnungslehre auf die allgemeine Theorie der Raumkurven und krummen Flächen« mit dessen 3. Teil Graßmann 1893 in Halle promoviert wurde. Ab 1896 gab er im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften die mathematischen Schriften seines Vaters Hermann Günther Graßmann, des Begründers der Vektor- und Tensorrechnung heraus (»Punktrechnung und projektive Geometrie«, 3 Bände 1894–1898). 1899 habilitierte sich Graßmann an der Universität Halle mit der Schrift »Schraubenrechnung und Nullsystem«, seine Antrittsvorlesung hielt er zum Thema »Zentralaxe eines Kraftsystems«. Das Urteil Georg Cantors war für die Fakultät maßgeblich, die Habilitation zuzulassen: die von Graßmann entwickelten »eigenartigen Operationen« der »projektiven Geometrie« seien interessant, er selbst ein »erfreulicher Zuwachs« für die Fakultät. 1902, nach der Veröffentlichung eines Buches über »Drei Modelle zur Kreiseltheorie« erhielt Graßmann den Professorentitel, 1903 wurde er zum besoldeten außerordentlichen Professor ernannt. 1904 nahm Graßmann den Ruf an die Universität Gießen an, wo er sich ebenfalls der Weiterentwicklung der Ausdehnungsrechnung widmete.

Quellen: UAHW, Rep. 21, Abt. III Nr. 143; Leopoldina-Archiv MM 3182 (Grassmann); zu Hermann Graßmann dem Älteren vgl. NDB Band 7, S. 5 f.

Autor: HE

Zum Seitenanfang