Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hermann Gunkel

geboren: 23. Mai 1862 Springe bei Hannover
gestorben: 11. März 1932 Halle
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Pastor

Hermann Gunkel

Gunkel besuchte das Gymnasium Johanneum zu Lüneburg, erhielt 1881 das Zeugnis der Reife und studierte bis 1885 in Göttingen und Gießen Theologie. Weiterbildung und Fortsetzung der Studien folgten in Göttingen, Lüneburg und Leipzig. 1888 wurde er in Göttingen zum Lic. theol. promoviert und zugleich für die Fächer Altes und Neues Testament habilitiert. Als Privatdozent vertrat er die biblische Theologie bzw. Exegese. 1889 habilitierte er sich an die Universität Halle um, an der er ein Stipendium bzw. eine Aufwandsentschädigung für den erteilten Unterricht in Hebräisch erhielt. 1895 berief ihn die Universität Berlin auf ein besoldetes Extraordinariat, 1907 wurde Gunkel ordentlicher Professor für alttestamentliche Exegese und Theologie an der Universität Gießen. 1920 verließ er die »allzu beengten Verhältnisse« dieser Universität, um nach Halle zu wechseln. Die theologische Fakultät hatte ihn jedoch nicht einstimmig für die Nachfolge von Cornills Ordinariat vorgeschlagen. 1927 schlug Gunkel seine Versetzung in den Ruhestand vor, erbat jedoch zugleich einen Lehrauftrag für israelitische Literaturgeschichte. Hier widmete er sich vor allem den orientalischen Märchen und Sagen. Gunkels Schüler Hans Schmidt würdigte ihn in seiner Trauerrede als Schöpfer der religionsgeschichtlichen Betrachtungsweise und Mitbegründer dieser Schule. Herausragend waren vor allem seine Grundlegenden Forschungen zur Formgeschichte und ­kritik des Alten und Neuen Testaments. Außerdem war er Mitherausgeber theologischer Enzyklopädien.

Quelle: UAHW, Rep. 11, PA 7065 (Gunkel)

Autor: HE

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