Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Valentin Haecker

geboren: 15. September 1864 Ungarisch-Altenburg (Ungarn)
gestorben: 19. Dezember 1927 Halle
Konfession: evangelisch
Vater: Professor einer Landwirtschaftsakademie

Valentin Haecker

Haecker studierte Naturwissenschaften, vor allem Zoologie und Botanik. 1889 promovierte er an der Universität Tübingen zum Dr. rer. nat. mit der Dissertation »Über die Farben der Vogelfedern«. 1892 habilitierte er sich an der Universität Freiburg für Zoologie und vergleichende Anatomie, 1895 erhielt er in Freiburg ein Extraordinariat. 1900 nahm er den Ruf auf ein Ordinariat für Zoologie an der Technischen Hochschule Stuttgart an, zugleich nahm er Lehraufträge an der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim und an der Tierärztlichen Hochschule Stuttgart wahr. Militärdienst leistete Haecker als Einjährig-Freiwilliger 1903/04 beim 7. württembergischen Infanterieregiment Nr. 125. 1909 folgte er einem Ruf an die Universität Halle, als Grund gab die Philosophische Fakultät Haeckers Arbeiten über die Anatomie der Vögel, Zellen sowie zur Befruchtungs- und Vererbungslehre an. Außerdem fand sein monumentales Werk über Radiolarien Anerkennung (Ausbeute der Valdivia-Expedition). Gelobt wurden seine große Lehrbefähigung und »unermüdliche Arbeitskraft«. Anregend für andere Wissenschaftler war seine »Entwicklungsgeschichtliche Eigenschaftsanalyse (Phänogenetik)« (1918), unter der er eine Methode verstand, die Erscheinungsformen von Organismen in früheste Entwicklungsstadien zurückzuverfolgen. Gemeinsam mit Theodor Ziehen forschte er über die Erblichkeit der musikalischen Begabung. Haecker war eine prägende Gestalt in der Gründer zeit der zoologischen Genetik, las jedoch auch menschliche Rassen- und Familienforschung. In Emil Abderhaldens »Bund zur Erhaltung und Mehrung der Volkskraft« leitete er die Sektion »Gesundheitliche Sicherung des jetzigen und des kommenden Geschlechts«, die sich mit eugenischen Fragen beschäftigte. Er starb wenige Monate nach seinem Rektorat an einem Herzschlag.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7145 (Haecker); Hischinger, S. 42–47.

Autor: HE

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