Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Friedrich Härtel

geboren: 22. Februar 1877 Plauen
gestorben: 21. Juni 1940 Berlin
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Maurermeister, Architekt

Friedrich Härtel

1896 bestand Härtel die Reifeprüfung am Gymnasium Plauen. Zunächst studierte er Jura Heidelberg, Berlin und Wien. 1897/98 leistete er Militärdienst als Einjährig Freiwilliger beim 1. Badischen Leibdragoner-Regiment in Karlsruhe. Danach studierte er Medizin in Berlin, Halle und München. 1903 erhielt er die Approbation und promovierte an der Universität München zum Dr. med. Im Sommer 1903 absolvierte er eine Militärübung und wurde zum Unterarzt befördert, als Schiffsarzt nahm er an einer Reise nach Westafrika teil. 1904/05 erhielt er eine Stelle als Assistenzarzt im Freimaurer-Krankenhaus Hamburg. 1906 arbeitete er im Hamburger Hafenkrankenhaus. Ab August 1906 volontierte er in der Chirurgischen Universitätsklinik Bonn, mit August Bier wechselte er an die Charité Berlin. 1908 wurde er außerplanmäßiger, 1913 planmäßiger Assistent. Da Bier Härtels Karriere nicht vorankommen ließ, wechselte er an die Chirurgische Universitätsklinik Halle. Noch im selben Jahr habilitierte er sich mit der Arbeit »Leitungsanästhesie und Injektionsbehandlung des Ganglion Gasseri und der Trigeminusstämme«. Seine Antrittsvorlesung behandelte »Weg und Ziel der Konservativen Chirurgie«. Als Stabsarzt der Landwehr wurde Härtel 1914 eingezogen. Er diente bis 1918 an der Westfront, zunächst als Frontarzt, dann als Leiter eines Lazaretts (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse). Außerdem arbeite er an Schmiedens Lehrbuch der Kriegschirurgie und reformierte die Verbandlehre (zusammengefasst 1922 als Härtel-Loeffler »Der Verband«). 1917 erhielt er den Professorentitel, als Grund wurden diese Arbeiten und seine Beiträge zur Skoliose- und Tuberkolosebehandlung sowie zur Lokalanästhesie angegeben. 1919 zurückgekehrt, erhielt er die Oberarztstelle der Chirurgischen Klinik und wurde leitender Arzt der Chirurgischen Poliklinik. 1921 zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt, ließ er sich noch im selben Jahr beurlauben, um eine Stelle als Ordentlicher Professor der Chirurgie und Direktor der I. Chirurgischen Klinik in Osaka (Japan) anzutreten. Dort setzte er einen Klinikneubau durch, wissenschaftlich befasste er sich u. a. mit Lepra und Tuberkolose. 1931 kehrte Härtel zurück, las jedoch nur ein Semester in Halle, da er die Stelle des Direktors der chirurgischen Abteilung des Oskar-Ziethen-Krankenhauses Berlin-Lichtenberg erhielt. Zugleich lehrte er als außerordentlicher Professor an der Universität Berlin. Härtel veröffentlichte jetzt vor allem über seine Erfahrungen, die er in Japan gesammelt hatte und schrieb 1937 über »Rasse und Chirurgie«, »Rasse und Krankheit«. Peter Voswinckel gibt in Isidor Fischers Ärztelexikon als Sterbedatum und -ort an: 15. Juni 1940 Garmisch-Partenkirchen.

Organisationen: NSDAP, NS-Ärztebund.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7170 (Härtel); Leopoldina-Archiv MM 3765 (Härtel); BA R 4901/13265; Fischer/Voswinckel, S. 572.

Autor: HE

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