Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Fritz Hartung

geboren: 4. April 1884 Homberg (Hessen)
gestorben: 14. Mai 1973 Göttingen
Konfession: evangelisch
Vater: Taubstummenlehrer

Fritz Hartung

Hartung besuchte Schulen in Homberg und Kassel, nach der Reifeprüfung (1903) studierte er Rechtswissenschaft in Marburg und Leipzig, war Referendar und leistete seinen Militärdienst ab. 1912 wurde er Gerichtsassessor und war komissarisch als Richter tätig. 1913 trat er in die Rechtsabteilung des Reichspostamtes ein. Von 1914 bis 1918 leistete Hartung Kriegsdienst, zunächst in einem Infanterieregiment an der Westfront und in Serbien, nach einer Erkrankung ab 1916 als Adjutant im Stabsdienst (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse). Während des Krieges (1915) wurde Hartung zum Amtsgerichtsrat in Frankfurt ernannt. Dort war er ab 1919 als Amtsrichter in einem Strafsenat tätig. Seit 1920 war er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im preußischen Justizministerium, 1921 wurde er zum Oberjustizrat, 1922 zum Ministerialrat befördert. Hartung arbeitete an verschiedenen Gesetzen und Verordnungen mit, etwa zur Gerichtsverfassung und Strafrechtspflege. Von 1929 bis 1945 war er Reichsgerichtsrat am Reichsgericht Leipzig. 1930 zum Doktor h. c. der Universität Münster ernannt, habilitierte ihn die Universität Halle 1930 ohne Vorlage weiterer Arbeiten für Strafrecht und Strafprozessrecht. Von 1931 bis 1933 lehrte Hartung als Privatdozent an der Universität Halle, die Ernennung zum Honorarprofessor scheiterte. Im Herbst 1933 verzichtete der vorübergehend an einen Zivilsenat Versetzte auf die Venia legendi. 1934 kehrte er in den Strafsenat des Reichsgerichtes zurück, 1937 – nach dem Eintritt in die NSDAP – wurde er stellvertretender Vorsitzender des vom Reichsgerichtspräsidenten geführten 3. Strafsenates. Von 1946 bis 1948 war Lehrbeauftragter an der Universität Marburg. Dort wegen Mitgliedschaft in der NSDAP entlassen, war er danach vor allem schriftstellerisch tätig.

Organisationen: Demokratischer Club, Republikanischer Richterbund, ab 1937 NSDAP, Blockleiter.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7328 (Hartung); Autobiographie »Jurist unter vier Reichen«, Köln u. a. 1971.

Autor: HE

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