Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Alfred Hauptmann

geboren: 29. August 1881 Gleiwitz
gestorben: 5. April 1948 Boston
Konfession: evangelisch
Vater: Sanitätsrat, Kreisphysikus

Alfred Hauptmann

Hauptmann besuchte Gymnasien in Gleiwitz und Frankfurt am Main, dort legte er 1900 das Abitur ab. Ein Studium der Medizin in Heidelberg, München und wieder Heidelberg schloss sich an, 1905 bestand er das Staatsexamen und wurde zum Dr. med. promoviert. 1905/06 diente er in einem Jägerbatallion, 1907/08 als einjährig-freiwilliger Arzt. 1908/09 war Hauptmann Assistent an der medizinischen Universitätspoliklinik Heidelberg, von 1909 bis 1911 an der Neurologisch-psychiatrischen Universitätsklinik in Hamburg-Eppendorf, 1912 an der Psychiatrischen Universitätsklinik Freiburg. Dort habilitierte er sich 1912. Von 1914 bis 1918 war er als Truppenarzt bei der Artillerie, nach einer Verwundung als Leiter einer Beobachtungsstation für Nervenkranke eingesetzt (ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse, dem Ritterkreuz II. Klasse des Zähringer Löwenordens mit Eichenlaub und Schwertern) 1918 zum außerordentlichen Professor ernannt, erhielt er im gleichen Jahr einen Lehrauftrag für gerichtliche Psychiatrie. 1926 berief ihn die Universität Halle zum Ordinarius für Psychiatrie und Nervenheilkunde und zum Direktor der Universitätsnervenklinik. Wegen jüdischer Vorfahren wurde Hauptmann 1935 auf Grund des Berufsbeamtengesetzes entlassen. Da seine Niederlassung als Arzt in Halle scheiterte zog er 1938 nach Freiburg um, konnte jedoch auch dort keine Praxis eröffnen. Kurzzeitig in das Konzentrationslager Dachau verbracht, emigrierte Hauptmann 1939 nach England, 1940 nach Boston (USA). Dort war er Arzt und Forscher in einer Nervenklinik.

Organisationen: Kyffhäuserbund.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7386 (Hauptmann); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Leopoldina-Archiv MM 3791; Gerstengarbe 1993.

Bild: UAHW

Autor: HE

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