Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Wilhelm Hehlmann

geboren: 23. Oktober 1901 Magdeburg
gestorben: 23. Dezember 1997 Weinheim
Konfession: evangelisch, später gottgläubig
Vater: Tischler

Wilhelm Hehlmann

Hehlmann besuchte von 1908 bis 1916 die Volksschule in Magdeburg, von 1916 bis 1918 leistete er freiwilligen Hilfsdienst. Von 1919 bis 1922 absolvierte er eine Volksschullehrerausbildung am Lehrerseminar Delitzsch. 1923 erlangte er das Reifezeugnis und studierte von 1922 bis 1927 Mathematik, Physik, Chemie, Volkswirtschaft, Philosophie und Pädagogik an der Universität Halle. Zugleich unterrichtete er an Volks- und Mittelschulen. 1925 bestand er die Prüfung zum Mittelschullehrer und promovierte 1927 mit einer pädagogischen Arbeit zum Dr. phil. Ab 1927 war er außerplanmäßiger Assistent am Pädagogischen Seminar, 1929/30 erhielt er ein Förderstipendium der Notgemeinschaft. 1930 habilitierte er sich für das Fach Pädagogik. In den folgenden Jahren war Hehlmann unter anderem Leiter des Akademischen Auskunftsamtes der Studentenschaft, Berufsberater für Abiturienten und in Arbeitslagern sowie Mitglied diverser Ausschüsse und Gremien. 1935 erhielt er einen Lehrauftrag für Jugendkunde. Obwohl Hehlmann dem Typ des »nationalsozialistischen Dozenten« mustergültig entsprach, wurde er nicht zum Leiter des Pädagogischen Seminars der Martin-Luther-Universität ernannt, da das Seminar in den Lehrstuhl für Philosophie integriert blieb. Im Sommer 1939 war er am Erzieherseminar der Adolf-Hitler-Schulen in Sonthofen mit der Abhaltung von pädagogischen und psychologischen Vorlesungen und Übungen beauftragt. 1939 wurde er auch zum nichtbeamteten außerordentlichen, dann außerplanmäßigen Professor ernannt. Seit 1935 leistete Hehlmann Wehrdienst in Übungen, 1940 wurde er als Regierungsrat bei der Luftwaffe (Wehrmachtspsychologe im Stab des Luftgaukommandos Dresden) einberufen. Später war er in Verwaltungen besetzter Länder beschäftigt. Nach 1945 war Hehlmann zunächst wissenschaftlicher Berater, dann Chefredakteur bei der Fa. F. A. Brockhaus sowie Herausgeber der Brockhausenzyklopädie. Die von ihm verfassten Wörterbücher der Pädagogik und der Psychologie erreichten hohe Auflagen und werden bis heute in aktualisierten Neuauflagen gedruckt.

Organisationen: NSDAP seit 1. Mai 1933 (Mitglied Nr. 2 784 153), 1933–1935 Motor-SA (NSKK), NSLB, NS-Kulturgemeinde (Blockwart), Vertrauensmann der Dozentenschaft seit 1933, 1934 politischer Leiter, Amtsleiter im NSDDB seit seiner Gründung, 1938 Gauhauptstellenleiter, 1935 Absolvierung der Gauführerschule Seeburg und der Stammschule für Geländesport in Neustrelitz, 1939 amtierte Hehlmann als Stellvertreter des Gaudozentenführers. Mitarbeiter des Lektorates des Rassepolitischen Amtes der NSDAP (Reichsleitung) und ab 1938 der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS-Schrifttums. Mitarbeiter der Reichsjugendführung.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7439 (Hehlmann); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Auskunft des Standesamtes Magdeburg.

Autor: HE

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