Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Karl Heilbronner

geboren: 21. November 1869 Nürnberg
gestorben: 8. September 1914 Utrecht (Niederlande)
Konfession: evangelisch
Vater: nicht ermittelt

Karl Heilbronner

Die Elementarschule besuchte Heilbronner in Nürnberg, danach das Maximiliansgymnasium München (Reifeprüfung 1888). Er studierte Medizin in München und promovierte 1893 an der dortigen Universität mit der Dissertation »Über Krankheitsdauer und Todesursachen bei der progessiven Paralyse« zum Dr. med. Danach volontierte er am Senckenbergschen Institut in Frankfurt am Main, um seine anatomischen Kenntnisse zu verbessern. 1894 trat er eine Stelle als Assistenzarzt in der Königlich psychiatrischen Klinik in Breslau (bei Karl Wernicke) an. Auf Grund mehrerer 1896/97 veröffentlichten Abhandlungen über »Aphasie und Geisteskrankheit« und »Asymbolie« erhielt er 1898 die Stelle des Oberarztes an der psychiatrischen und Nervenklinik der Universität (bei Eduard Hitzig). Im selben Jahr habilitierte er sich an der Universität Halle für die Fächer Psychiatrie und Neurologie mit der Abhandlung »Rückenmarksveränderungen bei multipler Neuritis der Trinker«. 1901 wurde ihm der Professorentitel zuerkannt. 1903 nahm er einen Ruf an die Universität Utrecht auf den Lehrstuhl für Psychiatrie an. Hier entstanden sein Werk »Über die Aufgaben der klinischen Psychiatrie« (1904) und eine Studie »Über Gewöhnung auf normalem und pathologischem Gebiet« (1912). Heilbronner förderte, wie Isidor Fischer in seinem Lexikon berühmter Ärzte schrieb, die Apraxieforschung, forschte über Melancholie und Zwangsvorstellungen und bereicherte die Untersuchungstechnik durch die »Heilbronnerschen Bilder«.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7468 (Heilbronner); Dissertation; Isidor Fischer, 1962, S. 599 f.

Autor: HE

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