Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Karl Heldmann

geboren: 19. September 1869 Viermünden (Hessen)
gestorben: 12. März 1943 Kassel-Wilhelmshöhe
Konfession: evangelisch-lutherisch
Vater: Pfarrer

Karl Heldmann

Nach der Reifeprüfung 1888 studierte Heldmann Geschichte, klassische und deutsche Philologie sowie Erdkunde in Marburg, Berlin und wieder Marburg. Von 1894 bis 1898 war er Hilfsarbeiter an der städtischen Bibliothek Kassel. 1895 promovierte er zum Dr. phil. 1896 legte er das Staatsexamen ab. 1897 war er beurlaubt für Archivreisen nach Süddeutschland und Tirol. 1899 habilitierte er sich an der Universität Halle für Mittlere und Neuere Geschichte sowie Hilfswissenschaften. 1903 wurde Heldmann zum beamteten außerordentlichen Professor mit vollem Lehrauftrag für Geschichte und historische Hilfswissenschaften ernannt. Von 1908 bis 1912 war er zugleich Sekretär des Thüringisch-Sächsischen Geschichtsvereins. Ab 1917 wurde er wegen pazifistischer Überzeugungen in verschiedene Verfahren, u. a. wegen Geheimbündelei, verwickelt und vom Dienst suspendiert. 1918 erhielt er eine Haftstrafe wegen Majestätsbeleidigung, wurde jedoch im November 1918 amnestiert. Noch vor dem Gerichtsbeschluss verurteilte die Philosophische Fakultät Heldmanns Äußerungen »auf das schärfste« und stellte fest, dass sie »ihn wissenschaftlich und moralisch nicht für geeignet« halte, »weiterhin an einer deutschen Universität Geschichte zu lehren.« Das Kesseltreiben der Fakultät setzte sich auch nach 1918 fort, da Heldmann für eine föderale Neuordnung Deutschlands eintrat. Auf eigenes Gesuch vom 29. April 1933 wurde Heldmann zum 31. Dezember 1933 von den amtlichen Pflichten entbunden.

Organisationen: 1919 Mitglied der Christlichen Volkspartei.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7571 (Heldmann); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407.

Bild: UAHW

Autor: HE

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