Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hans Herzfeld

geboren: 22. Juni 1892 Halle
gestorben: 16. März 1982 Berlin (West)
Konfession: evangelisch
Vater: Sanitätsrat

Hans Herzfeld

Nach dem Abitur an der Latina der Franckeschen Stiftungen studierte Herzfeld Geschichte und Germanistik an den Universitäten Freiburg (1911/12) und Halle (1912 bis 1914). 1914 trat er als Freiwilliger in das Infanterieregiment 94 Dessau ein. An der Westfront eingesetzt, wurde er 1915 zum Leutnant befördert und mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. 1916 erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse und das Sachsen-Meiningensche Ehrenkreuz. Von 1917 bis 1920 war er in französischer Kriegsgefangenschaft. Er setzte das Studium in Halle fort, legte 1920 die Prüfung für das höhere Lehramt ab und wurde Studienreferendar am Reformrealgymnasium Halle. 1921 promovierte er mit einer Arbeit über die deutsch-französische Kriegsgefahr des Jahres 1875 zum Dr. phil., 1923 habilitierte er sich mit einer Arbeit zum Thema »Die deutsche Heeresverstärkung von 1913 – Geschichte und Bedeutung« (1923 veröffentlicht unter dem Titel »Die deutsche Rüstungspolitik vor dem Weltkriege«). 1923 erhielt Herzfeld ein Stipendium des preußischen Kultusministeriums, 1926 bekam er einen Lehrauftrag an der hallischen Universität. Trotz seines angefeindeten Buches über »Die deutsche Sozialdemokratie und die Auflösung der nationalen Einheitsfront im Weltkriege« (1928) wurde Herzfeld 1929 zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt und vertrat einen Lehrstuhl in Göttingen. Zwischen 1931 und 1937 brachte ihn die Philosophische Fakultät der hallischen Universität mehrmals für die Besetzung des vakanten Lehrstuhles der Neueren Geschichte in Vorschlag. Berufen wurde er vor 1933 auf Grund seiner politischen Überzeugungen nicht, nach 1933 erhielt er keinen Lehrstuhl, da er wegen eines jüdischen Großvaters als »nichtarisch« galt. Am 15. Juni 1938 wurde Herzfeld die Lehrbefugnis entzogen. 1938 erhielt er nach Fürsprache Richard Festers eine Stelle bei der Heeresgeschichtlichen Forschungsanstalt in Potsdam. 1943 denunziert, wurde er von der Gestapo wegen des Verdachtes auf »Äußerungen wehrkraftzersetzenden Chararakters« kurzzeitig inhaftiert. Trotz der Widerlegung der Vorwürfe verlor Herzfeld seine Anstellung, bis zum Ende des Krieges war er als freier Schriftsteller tätig. 1946 zum außerordentlichen Professor an der Universität Freiburg ernannt, war er von 1950 bis zur Emeritierung 1960 ordentlicher Professor an der Freien Universität Berlin.

Organisationen: Bis 1933 Mitglied der DNVP, 1933 Stahlhelm, überführt in die SA, 1936 ehrenvoller Abschied aus der SA.

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7804 (Herzfeld); DBE Bd. 4, S. 661.

Bild: UAHW

Autor: HE

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