Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Theodor Heynemann

geboren: 20. August 1878 Lemgo (Fürstentum Lippe)
gestorben: 15. Dezember 1951 Hamburg
Konfession: evangelisch
Vater: Apotheker

Theodor Heynemann

Die Vorschule und das Gymnasium besuchte Heynemann in seiner Vaterstadt. Er studierte Medizin in Würzburg, München, Kiel und wieder Würzburg, unterbrochen durch den Dienst als Einjährig Freiwilliger. 1903 erhielt er die Approbation und absolvierte das zweite Diensthalbjahr als Militärarzt. 1904 promovierte Heynemann an der Universität Kiel mit der Dissertation »Casuistische Beiträge zur Kenntnis der Nagelerkrankungen« zum Dr. med. Danach arbeitete er im pathologischen Institut, dem Röntgeninstitut, der inneren und der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses St. Georg in Hamburg. 1907 erhielt er eine Assistentenstelle an der Universitätsfrauenklinik Halle (bei Johann Veit). Hier befasste er sich vor allem mit bakteriologischen Untersuchungen und den Möglichkeiten der modernen Strahlentherapie. 1910 habilitierte sich Heynemann mit einer Schrift über die Phagozytose des Lochialsekrets und wurde zum Oberarzt der Klinik befördert. 1913 erhielt er den Professorentitel. 1914 wurde Heynemann leitender Oberarzt der Gynäkologischen Abteilung am Krankenhaus Barmbeck (Hamburg), trat die Stelle jedoch nicht an, da er während des Ersten Weltkrieges als Stabsarzt eingezogen war. Nach dem Tod Veits wurde Heynemann uk. gestellt und mit dessen Vertretung betraut. Zum 1. Januar 1919 trat er die Chefarztstelle am Krankenhaus Barmbeck an und wurde als ordentlicher Professor für Gynäkologie an die neu gegründete Universität Hamburg berufen. Im Mai 1919 wechselte er als Chefarzt an die Entbindungsanstalt der Klinik Hamburg-Eppendorf. Hier bildete Heynemann zahlreiche Schüler aus, von denen mehrere auf Ordinariate an deutschen Universitäten berufen wurden. Er forschte und publizierte vor allem zu den Erkrankungen der Frau während der Schwangerschaft sowie zu Fehl- und Frühgeburt. Sein besonderes Interesse galt statistischen Erhebungen über Erfolg oder Misserfolg geburtshilflicher Eingriffe, auf sein Betreiben wurde die entsprechende Landesstatistik für Hamburg modernisiert. In der NS-Zeit wurden in Heynemanns Klinik Zwangssterilisierungen vorgenommen. 1936 beschwerte er sich bei der Unterrichtsbehörde über den Rückgang der Zuweisungen, eugenisch motivierte Sterilisierungen gehörten »unbedingt in den akademischen Unterricht«. 1950 wurde Heynemann emeritiert, er starb an den Folgen eines Diabetes.

Organisationen: nicht ermittelt

Quellen: Leopoldina-Archiv MM 4251 Heynemann; UAHW, Rep. 11, PA 16396 (Veit); Isodor Fischer, 1962, S. 628; Willy Schultz, Theodor Heynemann †, in: Zentralblatt für Gynäkologie, Heft 33, 1952, S. 1282–1289; Krause, Huber, Fischer, Hochschulalltag im »Dritten Reich«, S. 1329.

Autor: HE

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