Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Friedrich Hilkenbäumer

geboren: 26. Februar 1909 Dortmund-Wickede
gestorben: 17. Juni 1976 Bonn
Konfession: evangelisch
Vater: Maschinensteiger

Friedrich Hilkenbäumer

Hilkenbäumer besuchte Schulen in Unna und Gelsenkirchen, hier legte er 1928 die Reifeprüfung ab. Er arbeitete in verschiedenen Gartenbaubetrieben, u. a. in Stuttgart und Glarus (Schweiz) und legte die Prüfung als Gärtnergehilfe ab. Ab 1930 studierte er Gartenbau an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, 1934 bestand er die Prüfung zum Diplomgärtner ab. Er erhielt ein Stipendium der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und war als Hilfsassistent, später außerplanmäßiger Assistent am Institut für Pflanzenbau der Universität Halle tätig. 1936 promovierte er in Berlin mit einer Arbeit über die Keimung des Steinobstes. Ab 1938 war er als planmäßiger Assistent wissenschaftlicher Leiter der Obstversuchsstation Schraderhof der Universität Halle in Groß Ottersleben bei Magdeburg. 1942 habilitierte er sich an der Universität Halle mit einer Arbeit über Obstveredelung, 1943 wurde er zum Dozenten für Obst- und Gemüsebau ernannt. 1945 als Dozent entlassen, war er weiterhin auf den Gütern der Universität tätig. 1946 zog er nach Prussendorf bei Halle um und baute hier ein neues Versuchsgut auf. Im selben Jahr erhielt er – nach dem Eintritt in die SED – einen Forschungsauftrag durch die SMA zum Thema Zwergobst. Nach Ablehnung eines Rufes nach Hamburg wurde er im Juli 1947 zum ordentlichen Professor der Universität Halle für Obstbau ernannt. 1951 siedelte er nach Westdeutschland über, um die neu geschaffene ordentliche Professur für Obstbau an der Universität Bonn zu übernehmen. Hilkenbäumer veröffentlichte mehr als 300 Beiträge zu allen Aspekten des Obstbaus. Er war lange Jahre Herausgeber der Zeitschrift »Der Erwerbsobstbau«. Sein Lehrbuch »Obstbau: Grundlagen, Anbau und Betrieb« (1944, 4. Auflage 1964) fand, wie Wolfgang Böhm in seinem biographischen Lexikon zur Geschichte des Pflanzenbaus urteilt, »weltweite Anerkennung«.

Organisationen: 1933 Stahlhelm, dann SA, Scharführer, NSV, NS-Altherrenbund, Aufnahme in die NSDAP am 1. Mai 1935 (Mitglied Nr. 4 639 776); 1946 Eintritt in die SED

Quellen: UAHW, Rep. 11, PA 7902 (Hilkenbäumer); UAHW, Rep. 6, Nr. 1407; Böhm, Pflanzenbau, S. 114 f.

Bild: UAHW

Autor: HE

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